Hilfe für eine kleine Familie

Im Sommer dieses Jahres lernte ich über die Brieffreunde-App „Slowly“ Ebrima kennen. Über die App kenne ich schon Brieffreunde aus Pakistan, Hongkong, USA und Kanada, doch nun erwartete mich etwas völlig Neues.

Ebrima ist 28, verheiratet und seine Frau Kaddy, 20, erwartet Anfang 2019 ihr erstes Kind. Die kleine Familie wohnt in Gambia (Westafrika). Die ersten Briefe waren wie immer, man stellt sich vor, erzählt etwas von sich und lernt sich allmählich kennen. Doch schnell wurde mir klar, dass Ebrima nicht beschreiben kann, welche Hobbies er hat oder was er am liebsten kocht. Stattdessen beschrieb er sehr zögerlich, wie er versucht, in einem sehr armen Land zu überleben.

Anfangs war ich sehr skeptisch, denn es gibt im Internet natürlich auch viele Betrüger, die einem mit irgendwelchen Mitleidsmaschen das Geld aus der Tasche ziehen wollen. So fragte ich zuerst, wieso er denn ein Handy und Internetzugang habe. Er hatte vor einiger Zeit einem Touristen geholfen, dessen PKW aus dem Matsch zu ziehen. Der Tourist war sehr dankbar, fragte nach der Handynummer von Ebrima. Als Ebrima sagte, dass er kein Handy habe, fragte der Tourist, wo Ebrima wohne. Am nächsten Tag kam der Tourist wieder, sah das Elend mit eigenen Augen und schenkte ihm spontan ein Handy.

Ins Internet kann Ebrima nur im „Internetcafe“ des Dorfes, wo er ab und zu putzen kann und dafür kostenfrei WLAN und Strom nutzen darf. So ergab sich mit den Wochen ein schlüssiges Gesamtbild von zwei Menschen, die in unvorstellbarer Armut leben.

Über das Internet habe ich dann den Verein „Gambia-Hilfe Freiburg e.V.“ (www.gambia-hilfe-freiburg.org) gefunden und einen sehr netten Kontakt aufgebaut. Der Verein hat direkte Kontakte in Gambia. Eine Kontaktperson hat dann Ebrima zuhause aufgesucht, und mir wurde leider bestätigt, was ich schon befürchtet hatte – die Schilderungen entsprachen der Wahrheit. Die beiden leben in einem kleinen Raum, ohne Strom oder fließend Wasser. Geschlafen wird auf einer Matratze auf dem Fußboden.

der Wohnraum

das WC

Ebrima hat zwar einen guten Schulabschluss, jedoch kein Geld für eine Ausbildung, so dass er, wie viele andere auch, morgens einen Job sucht, mit dem er wenigstens 1-2 EUR verdient. Bei Lebensmittelkosten von monatlich gut 100 EUR für zwei Personen reicht das natürlich nicht, zumal er auch nicht jeden Tag Arbeit findet.
Gambia war bis vor 2 Jahren eine grausame Diktatur, bis endlich eine Demokratie gebildet werden konnte. Aber es gibt kaum Jobs geschweige denn bezahlbare Schulen usw., so dass für diejenigen, die eben nicht flüchten, sondern in ihrer Heimat bleiben, kaum Perspektiven bestehen.

Durch Ebrima habe ich Dinge gelernt, die ich niemals auch nur erahnt habe:
Wenn kein Geld da ist, wird statt einer Mahlzeit ein Glas Wasser mit Zucker getrunken, damit der Magen nicht schmerzt vor Hunger. Als ich ihm erzählte, dass ein Brot beim Bäcker bei uns etwa 3 EUR kostet, meinte er, dass er, wenn er 3 EUR zur Verfügung hätte, etwas kaufen würde, was deutlich mehr Nutzen bringt als ein Brot, z.B. Reis.
Seit ich Ebrima und seine Frau Kaddy kennengelernt habe, ist mir unser luxuriöses Leben erst so richtig deutlich geworden. Wenn wir jammern, tun wir das auf hohem Niveau. Und seien wir doch mal ehrlich – was sind für uns schon 3 EUR?

Ja, dass in Afrika viele Menschen hungern müssen, ist bekannt. Ja, spenden wäre sicherlich sinnvoll, aber wo landet das Geld dann wirklich? Aus diesem Grunde waren wir diesbezüglich bisher eher zurückhaltend.

Aber mit Ebrima ist es anders: Wir unterstützen die beiden seit Sommer mit monatlich 25 EUR, welche wir direkt an ihn überweisen. Er hat dazu erstmals in seinem Leben ein Konto eröffnet (einmalige Kosten 9 EUR) und ist darauf sehr stolz. Ebrima hat aber zu keiner Zeit von sich aus um Geld gebeten – die Idee mit der Unterstützung bzw. Spendensammlung ist ausschließlich „auf meinem Mist gewachsen“.

Allerdings wurde uns schnell klar, dass dieser Zuschuss – selbst wenn er höher wäre – eigentlich kaum hilft, denn das Grundproblem bleibt bestehen: keine Ausbildung, nur Jobs als Tagelöhner, keine Zukunft. Hinzu kommt auch noch das (ungeborene) Kind, dessen Zukunft, wenn es denn lebend geboren wird und auch überlebt, ohne weitere Hilfe bereits vorprogrammiert ist.

Ebrima wies mir nach, dass er einen Schulabschluss hat und ein Studium für „technical engeneering“ (sein großer Wunsch) aufnehmen könnte, aber dafür das Geld fehlt, weil unter anderem sein Vater unerwartet 2012 gestorben ist. Schon dieser Schulabschluss ist unglaublich wertvoll, da ein Großteil der Gambier Analphabeten sind.
Ebrima hatte sich vor mehreren Jahren zum Studium angemeldet und war auch angenommen worden. Aber seine Hoffnung, dass er die Gebühren nach Abschluss des Studiums und mit Aufnahme einer besser bezahlten Arbeit bezahlen könne, wurde zerschlagen. Stipendien sind ebenso wenig möglich, sodass Ebrima aufgeben musste.

Er schlug mir vor, dass er doch eine kurze Ausbildung zum Taxifahrer machen könne und dann mit einem Uralt-Mercedes Taxi fahren könne. Doch auch mein Kontakt in der Hilfsorganisation bestätigte mir, dass angesichts der vielen Analphabeten und der noch sehr jungen Demokratie eine fundierte Ausbildung deutlich sinnvoller wäre.

Also beschloss ich, mittels aller mir zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zu versuchen, über eine Spendensammlung die Kosten für die 4jährige Ausbildung zu decken. Berufsschulen, wie wir sie in Deutschland kennen, gibt es in Gambia nahezu nicht. Daher soll Ebrimas Ausbildung in Form eines Studiums erfolgen.

Da Ebrima während dieser Zeit nicht arbeiten kann und es für Frauen in Gambia nahezu unmöglich ist, einen Job zu finden, fallen neben den Studiengebühren noch weitere Kosten wie z.B. für Lebensmittel an.
Dadurch ergibt sich insgesamt eine zu finanzierende Summe von rund 10.000 EUR, von welchen mein Mann und ich sowie weitere Familienangehörige 5.000 EUR in Form monatlicher Patenschaften übernehmen werden.

Schaffen wir es alle zusammen, die fehlenden 5.000 EUR zu sammeln? Das klingt zuerst sehr viel, es sind aber „nur“ 1.250 EUR je Jahr bzw. rund 100 EUR je Monat. Hinweis: Für das Crowdfunding teilen wir die benötigte Summe in 2 Teile zu je 2.500 EUR auf. 

Hier findet Ihr – neben weiteren Infos zu der Spendensammlung (Crowdfunding) – direkt die Möglichkeit, einen Betrag Eurer Wahl zu spenden:

www.zusammen-gutes-tun.de/ausbildung-fuer-ebrima

Ich wäre Euch allen so unglaublich dankbar – und hier wird wirklich jeder einzelne Euro direkt ankommen: Die Studiengebühren werde ich direkt jeweils jährlich an die Universität überweisen, die weiteren Kosten werden monatlich gedeckt, so dass die Gelder definitiv zielgerichtet verwendet werden. Durch die Abwicklung über den Verein kann jeder Spender übrigens eine Spendenbescheinigung erhalten.

Wenn einzelne von Euch Ebrima und Kaddy nicht mit einer einmaligen Spende, sondern mit einer 2- oder bestenfalls 4-jährigen Patenschaft über einen festen monatlichen Betrag unterstützen möchten, ist das natürlich auch möglich. Kontaktiert mich dazu bitte über u.berndt@gambia-hilfe-freiburg.org.

Bitte seid dabei! Spendet mit! Jeder Euro hilft :-)

www.zusammen-gutes-tun.de/ausbildung-fuer-ebrima

Und leitet diese Infos sehr gern auch an Freunde und Bekannte weiter. Jeder Euro hilft dabei, das Elend von Ebrima und Kaddy zu beenden und die Welt an dieser Stelle ein kleines bisschen besser zu machen. DANKE.