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Einstein, Maya, Ute und Andreas mit Snorre auf Tour

Schweden, Norwegen & Dänemark 2015-05 (WoMo)

Wo fange ich an…
In jedem Fall kam alles anders als geplant :D

Planung
Eigentlich wollten wir in die Region Helgeland in Norwegen. Das liegt nördlich von Trondheim und südlich der Lofoten/Vesteralen. Doch 2015 war ein schlimmes Jahr von Wetter her. So hat es Ende Mai noch geschneit und/oder geregt wie blöd. Aber unser Urlaub steht an und wir wollen auch einfach los.

So packen wir unseren Murphy und fahren los – dabei die Wetterkarte und -vorhersage von yr.no immer im Blick.

Donnerstag, 4. Juni
Unser Zwischenstopp ist schon fast standardmäßig der Stellplatz in Odense (DK), welchen wir am Abend erreichen.

Freitag, 5. Juni
Bei unserer morgendlichen Gassirunde finden wir auch noch einen Netto – gut zu wissen :) .
Wir brechen auf und fahren weiter Richtung Norden. Kurz hinter Malmö entscheiden wir uns, noch ein paar Tage durch Schweden zu fahren, da der Regen gerade in der Zielregion Helgeland noch immer bei 30 L/m² liegt. So kreuzen wir einmal quer rüber nach Öland.
AÖlandm späten Nachmittag erreichen wir dann auch die Westküste und wollen auf einen Stellplatz an einem Hafen. Am Hafen angekommen, steigt uns beißender Fischgeruch in die Nase, nicht schön. Aber ein paar hundert Meter vor dem Hafen hatten wir eben diverse Wohnmobile auf einer Wiese gesehen. Wir fahren ein Stück zurück auf die Wiese eines Bauern, welcher für die Übernachtung 6 Euro in eine umgebaute Geldkassette auf dem Plumsklo haben möchte. Alles auf Vertrauensbasis – wir finden das toll und leisten unseren Beitrag.
Nach einer kurzen Erkundungstour des Geländes schmeißen wir den Grill an und genießen den tollen Sommerabend.

Samstag, 6. Juni
Die Sonne strahlt, der Morgen beginnt mit einem Frühstück im Grünen. Danach brechen wir auf und fahren die E22 Richtung Norden, in der Hoffnung, dass das Wetter in NO besser wird und wir nur einmal über die Berge müssen und dann am Ziel sind.
IMG_2882Während unserer Mittagspause entscheiden wir uns dann doch dafür, nicht auf besseres Wetter in Helgeland zu warten. Dort steht für die kommenden 14 Tage nach wie vor Dauer- und Starkregen in der Wettervorhersage. Allerdings wird es in Süd- und Fjordnorwegen besser und so fahren wir nach der Pause Richtung Oslo.
In Nysäter fahren wir an einem kleinen Sportboothafen auf einen Stellplatz für die Nacht. Einmal heiß duschen :) .

Sonntag, 7. Juni
Aufbruch, noch ein kurzes Stück und wir sind in Norwegen. An der Grenze stellen wir wieder – wie eigentlich gewünscht – unseren Hund beim Zoll vor. Doch hier will eigentlich mal wieder keiner die Papiere sehen. Das sei wohl anders gemeint, erklärt man uns – komisch!
IMG_2885Egal, wir haben gemacht, was in den Einreisebestimmungen steht, und fahren weiter. Wir unterfahren den Oslofjord auf der 23 und sind im “gelobten Land” und das Wetter ist zwar ziemlich bewölkt, allerdings mit sonnigen Abschnitten.
Es geht weiter nach Westen. In Kongsberg fahren wir auf die 37. Unser Ziel sind die Jettegryter in Haugsjåsund, welche letzten Herbst gesperrt waren. Am Abend treffen wir dort ein und werden wieder enttäuscht. Naja, es hat ja auch die letzten Wochen ständig geregnet. So ist hier wieder wegen Hochwassers alles gesperrt. Wir fahren ein Stück am Fluss zurück und finden eine kleine Fläche, wo wir uns für die Nacht hinstellen können.

Montag, 8. Juni
IMG_2891Bei dem Ambiente schmeckt das Frühstück gleich viel besser :) .
Wir genießen etwas länger den Morgen an dieser Flussbiegung und dem noch tollen Wetter und machen uns später auf zum Rjukandefossen.
IMG_4289Am Ende der Zufahrtsstraße parken wir Murphy, packen den Rucksack mit Verpflegung und ziehen uns die Wanderstiefel an. Unser Weg führt auf einem schmalen Wanderweg entlang des Flusses, bis wir nach ca. einer Stunde mit einigen Fotostops am Wasserfall ankommen.
Man ist zwar nicht direkt dran, aber es ist trotzdem ein toller Anblick dieses Wasserfalls.
Auf dem Weg zu unserem Übernachtungsplatz in Evje stelle ich fest – hier waren wir doch schon mal. Zuhause haben wir die Bilder abgeglichen. 2012 sind wir mit dem Mietmobil schon mal hier gewesen, sind allerdings in die andere Richtung gefahren :D .
IMG_2899In Evje stehen wir für 200 NOK auf einem Stellplatz am Mineralpark – wenigstens ist Strom im Preis inklusive.

Dienstag, 9. Juni
Wir fahren abseits der Hauptstraße Richtung Norden parallel zur Otra und ärgern uns ein bisschen, da es hier einige Buchten an der Schotterstraße gibt, wo wir hätten übernachten können. Egal – beim nächsten Mal ;) .
In einer Bucht parken wir und gehen runter zum Fluss über glatt geschliffenen Fels, durch morastigen Untergrund und an Büschen vorbei und gelangen so an eine große Stromschnelle, welche ein bisschen zum Verweilen einlädt.

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IMG_2903Es geht weiter Richtung Norden auf der 9. In Hovden liegt noch richtig viel Schnee und wir machen eine kurze Kaffeepause und laufen mit Einstein ein Stück am Strand entlang, wo er sich erstmal im Schnee wälzt.

P1050949Danach fahren wir über das Haukelifjell auf der E134 weiter Richtung Nordwesten… Oben auf dem Fjell hatte sich ein “Streckenposten” mit weißem Tarnanzug und Laserpistole im Schnee possitioniert und etwas weiter hinten wurden die zu schnellen Fahrzeuge rausgeholt. An dieser Stelle wieder der Hinweis: Zu schnelles Fahren kommt dort schon ab dem ersten km/h richtig teuer. 1-8 km/h ~80€ und 6-10 sind schon über 200 € (hier gefunden). Also Fuß vom Gas und die Natur genießen, wir haben ja schließlich Urlaub ;) .
In der Nähe vom Låtefossen suchen wir vergeblich einen in der Karte verzeichneten Campingplatz und so stellen wir uns auf einen Parkplatz an einer Kirche neben dort geparkten Anhängern. Nicht schön, aber ruhig :) .

Mittwoch, 10. Juni
Bislang hatten wir mit dem Wetter richtig Glück und konnten den sonnigen Abschnitten folgen. Am gestrigen Abend sind die ersten Regenwolken schon aufgezogen und es hatte angefangen zu regnen, was es heute früh vereinzelt auch noch tat. P1060010Heute ist es auch egal, wir wollen ja nicht wandern und fahren über Odda hoch auf die Hardangervidda Richtung Osten. Hier hatte es vor wenigen Wochen noch 80 cm Neuschnee gegeben. Nun fahren wir in die wolkenverhangene Hochebene, um uns herum liegen noch gut 1,5 m Schnee.
Wir biegen von der 7 auf die 50 nach Nordwesten ab und in Vassbygdi, kurz vor Aurland, landen wir einen Glückstreffer bei der Stellplatzsuche. IMG_2914Hier ist an einem Kiosk ein großer Wanderrastplatz. Auf der Rückseite vom Kiosk gibt es sogar duschen, obwohl der Kiosk geschlossen hat.
Notiz von Ute im Reisetagebuch:
Glücksgefühle beim Camping
Kostenloser Parkplatz mit Duschen für 10 NOK – und feststellen, dass es tatsächlich warmes Wasser gibt.
Versehentlich den Vorraum der Dusche unter Wasser setzen – aber feststellen, dass es nicht in die Turnschuhe gelaufen ist.

Bemerken, dass jeder von außen locker reingucken kann – und feststellen, dass außer uns nur 2 junge Sportler vor Ort sind.
Die Temperatur auf erträgliches Maß reduziert – und feststellen, dass noch mind. 2 Minuten warmes Wasser übrig sind.

Beim Anziehen die Unterhose in das Überschwemmungsgebiet fallen lassen – und feststellen, dass man auch ohne in die Trainingshose steigen kann. 
Und das absolute Glück: eine funktionierende Steckdose, um die Haare zu föhnen.

Donnerstag, 11. Juni
Ja, wir sind erst eine Woche unterwegs. Fast 1.400 km auf dem Landweg von Zuhause entfernt, aber geistig noch viel weiter weg vom Alltagsstress. Ich finde diese Art des Urlaubs und der damit verbundenen Erholung immer wieder grandios.
Sorry, zurück zur Tour :D – der “Schneeweg” von Aurlandsvangen nach Laerdal war kurzfristig wieder wegen Schneefall gesperrt worden. Das hatten wir gestern schon über Facebook-Bekanntschaften gehört, die auch in der Gegend unterwegs sind. So nehmen wir gezwungenermaßen den langen Tunnel und später die Fähre Richtung Kaupanger. Leider hat der Kassierer gesehen, dass wir länger als 6 m sind, und so müssen wir den Preis für 7 m (220 NOK) für die 10 minütige Überfahrt zahlen. Naja, 37 cm, auf denen wir besser schlafen ;) .
An einem Sparmarkt machen wir halt und gehen erstmal frisches Gemüse und Fleisch einkaufen. Dabei sprechen wir an der Kasse über die Tücken des Einkaufens, wenn man nur die Hälfte versteht. Da kommentiert die Kassiererin unser Gespräch im einwandfreien Deutsch :D – ertappt. Also aufpassen – die Deutschen sind überall ;) .
Nach dem Einkauf ging es weiter zum Breheimsenteret am Nigardsbreen, wo wir uns einen Tipp für eine Wanderung an eine andere Gletscherzunge erhofften. Am Nigardsbreen (sehr empfehlenswert) waren wir schon im vergangenen Jahr und wollten was neues erwandern. Allerdings macht uns der dort Angestellte keine großen Hoffnungen. Aufgrund der Wetterlage der letzten Wochen ist noch alles verschneit oder von Tauwasser überflutet. Aber wir sollten es mal ein Tal südlicher am Bergsetbreen versuchen, mehr als nasse Füsse könnten wir uns dort nicht holen – so der lachende Kommentar.
IMG_2917So fahren wir auf den Wanderparkplatz und treffen dort auf zwei Kastenwagen von Togo-Reisemobile (da kommt Murphy ja auch her). Die Fahrer der anderen Kastenwagen kommen gerade von ihrer Wanderung wieder, als wir aufbrechen wollen, und so erkundigen wir uns noch kurz über die aktuelle Schneelage. Zitat: ” Wanderstiefel wären gut, ist ETWAS feucht”. Das macht Mut und so brechen wir auf. Um uns herum beginnt gerade der Frühling: Zarte grüne Triebe der Birken und Sträucher bahnen sich den Weg.
IMG_4334IMG_4336Mit jeden 100 m, die wir weiter ins Tal vordringen, wird es erst nasser und dann weißer. Und bald müssen wir feststellen, dass das mit dem “etwas feucht” ironisch gemeint gewesen sein muss. Gummistiefel bzw. Neoprenanzug mit angenähten Wanderstiefeln wäre hier deutlich hilfreicher. Unter der Schneedecke bahnt sich zum Teil noch unentdeckt das Tauwasser seinen Weg. Ein paar Mal brechen wir durch, und als die Wanderstiefel endgültig ihre wasserabweisende Eigenschaft verlieren, entscheiden wir uns, den Rückweg zum Wohni anzutreten.
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Die Nacht verbringen wir auf dem Campingplatz in Gjerde, wo wir letzten Herbst auch schon gewesen sind. WLAN, Duschen und Küche werden von uns gern angenommen.

Freitag, 12. Juni
P1060078Wir unternehmen einen weiteren Versuch, an einen Gletscher zu kommen, und fahren auf die andere Seite des Jostedalsbreen an den Bødalsbreen. Wir folgen der schmalen Straße Fv723 von Loen Richtung Südosten. An der privaten und mautpflichtigen Zufahrtsstraße angekommen, widmen wir uns den Tafeln. Hier ist unter anderem auch ein Wohnmobil-Verbotsschild angeschlagen. Ein britischer Tourist hält neben uns am Mauthäuschen und beim Kleingeldwechsel kommen wir ins Gespräch. Er meint, dass wir mit unserem Kasten da schon hochfahren könnten und dass es breit genug für uns sei. Er fährt mit seinem Cabrio los und wir folgen nach einigen Hin- und Herüberlegen. IMG_4345Mir geht bei solchen Straßen ja jedesmal das Herz auf. Ute hingegen rutscht selbiges eher in die Hose und nimmt gleich mit dem Rest des Kreislaufs Reißaus :D . Nun gut, ich gebe zu, wir fahren keinen Geländewagen mit Allradantrieb, sondern ein Wohnmobil. Auf halber Strecke steht unser Engländer mit offener Motorhaube, winkt uns allerdings weiter – wohl kein großes Problem. Nach einer kleinen Betonbrücke, wo der mittlerweile ziemlich schmale Weg sowohl davor als auch danach einen fast 90-Grad-Schwenk macht, nutzen wir eine freie Fläche und stellen Murphy ab und gehen gut ausgerüstet mit halbwegs trockenen Wanderstiefeln zu Fuß weiter. Nach gut 400 m erreichen wir den offiziellen Parkplatz. Gut, das hätten wir theoretisch auch noch geschafft – egal. Wir folgen der Beschilderung zum Gletscher. IMG_4355Auch hier sieht der Weg noch sehr gut passierbar aus und wir laufen weiter in einem lang gezogenen Bogen ins Tal. IMG_4360So langsam wird es aber auch hier feuchter.
Obwohl auch hier große Teile des Weges überflutet sind und/oder verschneit kämpfen wir uns bis auf einige 100 m an den Gletscher heran. Ganz heran, wie am Nigardsbreen, wären wir eh nicht gekommen, da wir dann eine Bergsteigerausrüstung benötigt hätten. Wie viele der Gletscherzungen, ist auch diese schon soweit zurückgegangen, so dass man diese nur schwer oder gar nicht mehr erreicht.IMG_4361
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Trotz allem hat sich dieser Ausflug gelohnt. Wir fahren ein Stück zurück Richtung Loen, wo wir uns auf einer großen Fläche an den Straßenrand zum Übernachten hinstellen.

Samstag, 13. Juni
P1060178Der Wetterbericht für die Vogelinsel Runde verspricht gutes Wetter. So brechen wir trotz Regens auf und nach 3 Stunden bricht kurz vor Runde die Wolkendecke auf und wir haben fast strahlendblauen Himmel.
IMG_2932Am Campingplatz angekommen erfahren wir, dass es um Stellplätze schlecht bestellt ist. Seit Januar ist heute der zweite oder dritte Tag mal kein Regen gefallen. Alle Wiesen stehen komplett unter Wasser und sind nicht benutzbar. Wir haben jedoch Glück und es findet sich doch noch ein letzter freier Stellplatz in erster Reihe an der Kaimauer.
Nachdem wir uns fertig eingerichtet haben, packen wir neben den Wanderstiefeln die Gummistiefel ein und machen uns auf den Weg zur Steilküste mit den Vogelkolonien.
Der Campingplatzbetreiber hat nicht übertrieben… egal, wohin man tritt, suppt es raus und man steht knöcheltief im Wasser oder Modder. Wir wechseln auf die Gummistiefel und gehen weiter.
Wir sind etwas zu früh, um die Papageientaucher zu sehen, doch es sind schon andere Vögel vor Ort.
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IMG_4497IMG_4495Den Abend genießen wir mit Gegrilltem und einem tollen Abendrot. Kurz vor Mitternacht ist es noch immer hell, wenn auch die Sonne direkt nicht mehr zu sehen ist. Doch hüllt sie die Felsen auf den gegenüberliegenden Ufer in ein grandioses Licht. Am Horizont ist ein großes Passagierschiff zu sehen, welches in die Abendsonne fährt. Einfach herrlich.

Sonntag, 14. Juni
P1060259Wir sind am nördlichsten Punkt unserer Reise angelangt. Ab heute geht es Stück für Stück wieder nach Hause. Doch ein paar Zielpunkte sind noch auf unserer Karte.
So geht es direkt nach dem Frühstück wieder auf die Straße und wir steuern den Huldefossen an. P1060271Der Parkplatz liegt an einem Schulgelände, zum Glück ist hier heute keiner. Wir folgen einem Wanderweg am gegenüberliegenden Flussufer und machen unsere Bilder.
Da wir heute schon sehr viele Kilometer bis hierher gefahren sind, suchen wir auf dem Fjell an der Fv13 eine Möglichkeit frei zu stehen und werden fündig. Eine Art Park- bzw. Wanderparkplatz wird unser Nachtlager. Um uns herum ist noch reichlich Schnee und die Temperaturen liegen knapp unter dem Gefrierpunkt. Hinzu kommt, dass es sich zugezogen hat und leichter Schneefall einsetzt.
IMG_2939IMG_2942In unserer WhatsApp-Fangemeinde schrieb jemand: “Nicht, dass ihr da einschneit!” Ha, aber nicht mit uns, wir sind gut vorbereitete Camper, wir haben immer einen Klappspaten dabei und etwas Streusalz :D ;)

 

Montag, 15. Juni
P1060283Nachdem wir erfreulicherweise nicht eingeschneit worden sind und auch die erste Gasflasche nicht zur Neige gegangen ist, machen wir uns auf, den Hesjedalsfossen zu finden.
Die Informationen dazu waren leider etwas mehrdeutig, so dass wir keine genaue Position hatten. Im Grunde war unser Ziel Modalen bzw. das Hesjedal. Dazu müssen wir aber erstmal über den Sognefjord. Wir folgen der Fv13 und biegen dann nach Westen auf die 610 ab. Später folgen wir der E39 und nehmen in Lavik die Fähre. Mal wieder einige NOK – autsch… egal, wir schlafen gut :D .
Trotz des trüben Wetters ist die Landschaft immer noch grandios – wir verlassen die E39 und biegen nach Nordosten auf die 569 ab Richtung Mo. P1060306Wir fahren den großen U-Turn und landen in Eidslandet. Zwischendurch sind wir uns gar nicht mehr sicher, ob wir noch richtig sind, und lesen nochmal unsere Notizen. So richtig schlau werden wir daraus nicht. Hier ist zwar ein Wasserfall, aber der kann das eigentlich nicht sein. Solche sieht man hier an fast an jeder Ecke.
Enttäuscht fahren wir weiter Richtung Süden durch einen dieser üblichen Tunnel, wo der ADAC Panik bekommen würde :D . Nackter Fels, nur beleuchtet durch seitlich aufgebrochene Löcher in der Wand.
P1060320Auf der anderen Seite dieses Tunnels mache ich eine nahezu Vollbremsung – “da isser ja” :) . Wir stehen auf einer alten, aus Steinen gebauten Brücke und zu unserer Linken rauscht der Zwillingswasserfall ins Tal. Ein paar Meter weiter ist eine Haltebucht und wir stellen unseren Murphy ab und laufen kurz zurück.
Nach der Fotosession und einer Kaffeepause, die Sonne ist wieder rausgekommen, machen wir uns weiter auf den Weg. Wir frotzeln noch darüber, wie eng die einspurige Straße ist und dass (bei maximal 3,4 m Durchfahrtshöhe) hier unmöglich größere Wohnmobile geschweige denn LKW entlangfahren sollten – da kommt uns ein Linienbus entgegen, wie man ihn so kennt, M.A.N. halt. Zum Glück ist gerade eine genügend große Ausweichbucht für uns da.
P1060329In Norwegen lernt man definitiv vorausschauend zu fahren. Wobei “vorausschauend” durch die engen Kurven am Berg sehr schwer zu realisieren ist. Man muss jede Lücke im Kopf haben und ggf. nutzen. Prompt kommt hinter einer sehr uneinsehbaren Kurve ein LKW entgegen. Zum Glück hängt der gerade im Graben, um für einen uns vorausfahrenden PKW Platz zu machen. Also, wer hier hin möchte und ein größeres Gefährt hat (es scheint ja zu gehen), sollte zumindest Baldrian genommen haben.
Wir verlassen die 569 und fahren auf der E16 weiter Richtung Süden und später auf der Fv7 und 48. In Gjermundshamn setzen wir über, fahren die 551 Richtung Nordosten und halten langsam Ausschau nach einer freien Übernachtungsmöglichkeit. Ein, zwei Kirchenparkplätze sehen erst vielversprechend aus, sind dann aber doch so schief, dass wir weiterziehen. IMG_2951Kurz vor Sundal erreichen wir dann diesen mächtigen Wasserfall.
Für morgen haben wir uns das Bondhusdalen auf die todo-Liste gepackt, leider ist auf dem Wanderparkplatz “Camping” verboten. Also fahren wir notgedrungen in Sundal auf den Campingplatz. Es ist kalt und grau. Zum Glück haben wir noch reinlich Gas für die Heizung.

Dienstag, 16. Juni
Die Sonne scheint am strahlendblauen Himmel. Man muss auch mal Glück haben ;) und so schlecht war die Wahl, auf dem Campingplatz zu übernachten, dann doch nicht. Man(n) kann vor einem schlechteren Panorama frühstücken.
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P1060376Wir brechen zu unserer Wanderung ins Bondhusdalen zum Bondhusbreen auf, der zum Folgefonna-Gletscher gehört. Der Folgefonna ist zwar deutlich kleiner als der Jostedalsbreen, aber vielleicht haben wir ja hier noch etwas Glück mit Gletschereis zum Anfassen.
Ohne irgendeine Erwartung brechen wir auf. Am Anfang noch Tal mit Wiesen und ein paar Bäumen und Sträuchern. In der Mitte klassisch ein Bach und es geht gut bergauf. Immer wieder verweilen wir an kleineren Stromschnellen oder aufgestauten Wasserbecken und genießen die Natur. Die Sonne trägt vermutlich zu dem Ganzen einen nicht unerheblichen Beitrag bei, gerade nach den letzten etwas trüben Tagen. IMG_4540Links und rechts liegen mittlerweile Felsbrocken, so groß wie kleine Einfamilienhäuser – ist schon etwas furchteinflößend. Und nach einer weiteren Biegung eröffnet sich der Blick auf den Gletschersee (Bondhusvatnet). IMG_4551Das hat schon was von Postkartenidylle. Wir gehen noch ein Stück um den See und drehen später um, da von hier aus schon zu sehen ist, dass wir nicht an die Gletscherzunge heran kommen (zumindest nicht ohne Klettergeschirr). Auf dem Rückweg halten wir noch mal an einem Tisch mit Bänken. Ich erklimme eines dieser Steinmonster, um über die Baumwipfel ein Foto vom Tal zu schießen.
Bei Murphy wieder angelangt fahren wir Richtung Odda durch den mautfreien Tunnel. Das war wohl der letzte schöne Tag hier oben für die nächsten Tage. Wir beschließen, vielleicht ein paar sonnige Tage noch in Dänemark zu bekommen, und fahren wieder über das Haukelifjell Richtung Oslo.
IMG_2973In Sauland finden wir hinter einem Sparmarkt einen Rastplatz mit Picknickbank. Wir holen frisches Grillfleisch und genießen den letzten Abend in Norwegen.

Mittwoch, 17. Juni
Die Nacht war ruhig. So brechen wir entspannt auf, nehmen in Horten mal eine Fähre (anstatt Tunnel) und fahren auf der E6 nach Schweden.
An der Grenze will man wieder eigentlich gar nicht die Impfpapiere für den Hund sehen… da weiß die Exekutive wieder nicht, was die Obrigkeit will. Schweden begrüßt uns mit Regen, so fällt die Entscheidung zur Heimreise nicht ganz so schwer. Im Strömstad (SE) fahren wir zum Touristenbüro, um uns mit Infomaterial zur westlichen Schärenküste einzudecken.
Der große, eher zweckmäßige Stellplatz in Strömstad ist als Zwischenstopp in jedem Fall empfehlenswert.

Donnerstag, 18. Juni
Im Tourismusbüro empfahl uns gestern eine junge Schwedin die Insel Saltö oder, wenn wir noch einen Tagesausflug machen wollten, mit der Fähre einen Ausflug auf die Insel Koster. P1060435Das Wetter ist eher trüb und grau und so fahren wir auf die Insel Saltö. Inselhopping :D über viele kleine Brücken führt uns der Weg zum Ziel. IMG_4560Kurz vor dem Ende der Straße fahren wir auf einen großen Parkplatz und ziehen die Wanderstiefel und sicherheitshalber die Regenjacken an. Es geht einmal durch den Wald an den Strand, wo wir eine kleine Runde drehen und dann wieder zurück zum Auto, da wir nicht an der Küste einmal rum laufen konnten.
Wir fahren, so es die Straße zulässt, so nah wie möglich am Wasser Richtung Süden.
IMG_2987In/Auf Smögen soll laut Karte ein Wohnmobilstellplatz sein, nur finden wir diesen nicht. An jeder Ecke steht ein Schild mit “Camping verboten”, doch der Stellplatz ist nicht zu finden. So fahren wir weiter an Küste entlang und landen schließlich in Lysekil – hier gibt es zwei Stellplätze. Einer ist am Industriehafen direkt an der Hauptstraße – SUPER. Was sich Städteplaner bei solchen Plätzen immer denken…
Auf der anderen Seite der Stadt am Sportboothafen ist es deutlich ruhiger, wenn auch nicht wirklich schön. Und dafür auch noch 200 SEK zu verlangen, ist fast eine Frechheit. IMG_2988Was soll’s – wir brauchen einen Nachtplatz und frei stehen geht hier auf der ganzen Ecke nicht – die Alternative sind Campingplätze.

Freitag, 19. Juni
P1060467Wir fahren auf die Autobahn Richtung Dänemark. Das Mittsommerwochenende beginnt, dass merkt man auch schon deutlich auf den Straßen… Richtung Norden geht über bestimmt 50 km nichts mehr.
In Göteborg höre ich nicht auf die Frauenstimme aus dem Navi und verfahre mich volles Pfund im Autobahnkreuz. Man ist so entschleunigt und damit solchen Stress auch echt nicht mehr gewohnt :D . So drehen wir ein paar Extrakilometer. Und eigentlich sollte ich mittlerweile gelernt haben, dass man zuhören muss, wenn Frauen was sagen :D :D .
Mittags kehren wir, schon fast zum Ritaul geworden, bei einem Max Burger ein.
Wir überqueren den Öresund und peilen einen der vielen privaten dänischen Stellplätze an.
P1060470Am Abend stehen wir bei Mia und Mikkel im Garten und blicken auf die Pferdekoppel. 50 DKK, das ist doch okay, und wir stehen schöner als für 200 SEK gestern.

Samstag, 20. Juni
IMG_4578Mia und Mikkel geben uns noch einen kleinen Tipp, wo wir spazieren gehen können. So fahren wir an das nicht weit entfernten Kalstrup Kalkgrav und laufen eine Runde um die alte Kalkgrube. Nach dem kleinen Rundgang fahren wir auf die Autobahn Richtung Süden und biegen später auf die 59 Richtung Osten ab – es geht zum “Møns Klint“, dem Gegenstück zu den Kreidefelsen auf Rügen. Die Straße wird immer schmaler und endet in einem Sandweg. Am GeoCenter Møns Klint erreichen wir eine Schranke und werden zur Kasse gebeten. Das sehen wir natürlich nicht ein, zumal hier eigentlich auch schon wieder Massentourismus herrscht und fahren gut die Hälfte der Sandstraße zurück. Hier hatten wir vorhin einen kostenfreien Wanderparkplatz gesehen.
Das Wetter ist eher wie im April, in dem einen Moment schüttet es wie blöd und im nächsten Moment scheint wieder die Sonne. Wir lassen uns nicht abhalten und packen unser Equipment und ziehen los. IMG_4649Die Klippe ist fast einen Kilometer entfernt, ;) DAS schaffen wir schon. Auf der Karte entdecken wir eine Art Rundweg, sofern wir die jeweiligen Abzweiger finden. Zunächst geht es an einer Wiese am Waldrand entlange und später dann bergab durch den Wald, bis wir schließlich an der Steilklippe sind. Das ist schon schön anzusehen, wenn die Sonne den “kalkweißen” Boden unterhalb der Wasseroberfläche am Strand anstrahlt. Wir laufen ein ganzes Stück an der Küste entlang. Zwischendurch immer wieder kleine Regenschauer, aber unter den großen Bäumen bleiben wir nahezu trocken. Wir finden dann einen Abzweiger zurück in den Wald, welchem wir bis zum Parkplatz folgen.
IMG_4659Am Wohni angelangt gibt es noch eine Kaffeepause und danach machen wir noch einen kurzen Abstecher zum Schloss Liselund. Hier ist schon auf dem Parkplatz ein großes Schild, dass Camping nicht erlaubt ist. Wir laufen eine Runde durch den Schlosspark, in welchem fragwürdige Skulpturen platziert sind – wer es mag…
In Stege gehen wir kurz für unser Abendessen frische Zutaten einkaufen und suchen dann den Stellplatz, welchen wir in einem Reiseführer gefunden hatten. Dieser sollte eigentlich an der Südostküste von Stege liegen. Der “Parkplatz”, welchen wir an der erhofften Stelle gefunden haben, war aber auch wieder beschildert “No Camping”.
Leider benehmen sich wohl zu viele CAMPER so daneben, dass diese Maßnahmen angewendet werden müssen :( – schade.
IMG_3323Auf der Ostseite von Stege finden wir direkt am Wasser einen großen Parkstreifen, wo wir stehen können…. Mit direktem Blick auf die im Meer untergehende Sonne – fantastisch.
Dazu noch ein kleines Campingmenü deluxe :) und die Welt ist in Ordnung.
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Sonntag, 21. Juni
Die Nacht war grausam. Ständig Autos, die vermutlich bewusst auf der Hupe gestanden haben, als sie an uns vorbei gefahren sind. Auch einige aufheulende Motoren mussten wir ertragen.
P1060478Wir frühstücken erstmal und beratschlagen, wo wir heute noch hin fahren. Denn so direkt nach Hause haben wir eigentlich auch noch keine Lust.
Da das Wetter wieder schlechter geworden ist, verzichten wir auf einen Ausflug in das Naturschutzgebiet Maribo. IMG_3006So fahren wir in die Nähe von Nørreby und stehen eine weitere Nacht für 80 DKK in einem dänischen Garten.
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Montag, 22. Juni
Das Wetter bleibt besch… und wir fahren nach Hause – so haben wir wenigstens noch ein paar Tage zum Saubermachen und Wäsche waschen, bevor es wieder zur Arbeit geht…..
Mehr Bilder und auch Videos findet Ihr hier auf Youtube

1 Kommentar

  1. Rainer Bödefeld

    Danke für die interessanten Bilder und euren umfassenden Reisebericht. Wir planen dieses Jahr das erste mal nach Norwegen zu fahren und dafür sind eure Zeilen äußerst hilfreich, herzlichen Dank.

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