Planung
Seit ca. 2 Jahren wollen wir schon nach Schottland, jedoch sind uns immer wieder Dinge dazwischen gekommen, so dass die Reiseplanung/-vorbereitung nicht durchgeführt werden konnte.
Im November/Dezember 2015 haben wir aber nun endlich mit der Planung beginnen können und haben auf den Start der Reise hingearbeitet.

Wer unsere Reiseberichte gelesen hat, weiß, dass wir eher in Skandinavien und dort voranging in Norwegen unterwegs sind. Daher wollten wir versuchen, möglichst unvoreingenommen die Reise anzutreten – auch wenn uns Andere schon gewarnt haben, dass wir nach Norwegen von Schottland nicht enttäuscht sein sollen.

Der Mai oder der September soll vom Wetter her die besseren Monate in Schottland sein und der Mai mit weniger Midges (kleine fiese Stechmücken) und so planen wir dann auch unsere Reise.
Einige Wochen im Voraus haben wir auch den Zug durch den Eurotunnel gebucht und somit stand dem Start nichts mehr im Wege.

Mittwoch, 11. Mai
Gegen Mittag starten wir und unser Ziel ist die Deutsch/Holländische Grenze bei Kleve, so dass wir mit unserer Internet-Box möglichst lange erreichbar sind, da wir für  die Durchfahrt von Holland, Belgien und Frankreich keinen Tarif dazu buchen wollten.
Noch bevor wir die Autobahn erreichen, müssen wir unsere geplante Route über Bremen überdenken. Im Verkehrsfunk wird noch eine Sperrung berichtet, die seit dem Vormittag (einem Verkehrsunfall mit mehreren LKW) besteht.
Wir programmieren das Navi um, so dass wir über Hannover fahren. Das wird uns ca. 1 Stunden mehr kosten, aber besser als vor Bremen im Stau zu stehen. Allerdings entpuppt sich diese Entscheidung auch als unklug. Letztendlich stehen wir kurz hinter Hannover formvollendet im Stau. Erst weit nach 17 Uhr passieren wir die Unfallstelle, die für diesen Stau verantwortlich ist und wir überdenken die weitere Reiseplanung. Wir müssen heute soweit fahren, dass wir morgen mit genügend Puffer gegen 13 Uhr unsere Bahn in Calais erwischen.
IMG_3817Wir peilen den kostenfreien Stellplatz in Kleve an der Sporthalle an, den wir gegen 21 Uhr dann auch endlich erreichen. Kurz noch was essen und dann ab in die Heia.

Donnerstag, 12. Mai
Die Nacht war kurz. Gegen halb zwei in der Nacht haben ein paar Halbstarke auf den Fenstern rumgehämmert und sind johlender Weise von dannen gezogen und um 5:30 Uhr hat uns eine Krähenkolonie aus dem Schlaf gerissen.
Da wir schon mal so früh wach sind machen wir uns ein kleines Frühstück und brechen gegen 6:15 Uhr auf – wer weiß in welchen Stau wir heute noch geraten und mit dieser Vermutung sollten wir recht behalten.
Gegen 6:45 Uhr überqueren wir die Grenze nach Holland und geraten auch schon bald in den Berufsverkehr mit einigen Staus vor diversen Autobahnkreuzen. Gegen 8:30 Uhr erreichen wir Belgien, wo wir wiederholt in Staus geraten, so auch gegen 11 Uhr als wir nach Frankreich wollen und dort in den Stau vor der Grenzkontrolle einreihen.
12:45 Uhr sind wir dann endlich in Calais und warten auf unser Boarding. Wir nutzen die kurze Pause und machen noch ein zweites Frühstück und dann müssen wir auch schon los. Die Beladung, der Transfer und auch das Verlassen des Zuges läuft ohne weitere Zwischenfälle ab und so fahren wir (dank anderer Zeitzone) mit einer Stunde Reserve an London vorbei. Wir nehmen die Süd-West-Route, um nicht am Tunnel oder der Brücke im Osten von London zu geraten. IMG_3880In den Linksverkehr kommt man relativ gut rein, da man nahezu direkt auf die Autobahn geleitet wird und sich dort in den breiten Spuren gut eingewöhnen kann.
IMG_3881Gegen 17 Uhr erreichen wir einen kleinen einfachen Campingplatz südöstlich von Oxford, auf dem wohl auch viele Berufstätige das ganze Jahr über wohnen. Die Landstraße von der Autobahn bis hier her, war dann aber schon der erste anstrengende Vorgeschmack des Linksverkehrs. Schmale enge und zugewachsene Straßen, die sich durch das leicht hügelige Land schlängeln. Was ich als Fahrer am schwierigsten finde, sind die Sträucher am Wegesrand, die eben auch auf die Fahrbahn wachsen. Die kennt man als Fahrer eines Linkslenkers im Rechtsverkehr auch nicht. Wenn man da mal einen Zweig mitnimmt erschrickt sich maximal der Beifahrer, der aber kein Lenkrand in der Hand hält. Ich muss jetzt einfach draufhalten und man darf nicht verreißen.
Für den Beifahrer ist es natürlich auch eine neue Erfahrung, wenn der entgegenkommende LKW nur wenige Zentimeter an einem vorbeidonnert und darauf keinen Einfluss hat.
Wir haben also unsere ersten Kilometer auf der – für uns – falschen Seite (der Engländer sieht das natürlich ganz anders) hinter uns gebracht, gönnen uns das Abendbrot und noch ein paar Sonnenstrahlen vor dem Wohnmobil.

Freitag, 13. Mai
Wo wir schon mal auf einem CP sind, nutzen wir auch gleich die Chance und betreiben VE. :)
Das Wetter ist heute eher grau und ungemütlich, aber so stimmen wir uns schon mal auf typisches schottisches Wetter ein.
Gegen späten Mittag, so kurz vor 14 Uhr, haben wir Manchaster und Liverpool hinter uns gelassen und genießen die ersten Berge. Die Autobahnen sind nur mäßig gefüllt, dennoch muss ich mich erstmal an den zum Teil wilden Fahrstil der Briten gewöhnen. So ca. 115 KM/h (umgerechnet) darf man maximal fahren. Ein bisschen drüber geht wie in Deutschland auch, doch man wird hier gnadenlos an allen Seiten überholt und Sicherheitsabstand ist nur was für Feiglinge. Weiter im Norden wird es immer ruhiger auf der Straße und die Hektik lässt auch allmählich nach.
Wir erreichen Carlisle und fahren zum Einkaufen und Tanken runter von der Autobahn. Der Diesel kostet uns umgerechtet 1,30 € den Liter, dass geht zum Glück noch :D – von Norwegen sind wir 1,80 € und mehr gewohnt. Auch der Einkauf von Lebensmitteln hält sich kostentechnisch in Grenzen. Wenn man wie bei uns ein bisschen Produkte vergleicht, kann man die Eigenmarken des Geschäfts zu ähnlichen Preisen wie bei uns erwerben.
Wir brechen wieder auf und fahren weiter die A74(M) Richtung Norden, die wir bei Moffat dann verlassen. IMG_3900Nordöstlich liegt unser Tagesziel “Grey Mare’s Tail“. Ein paar Kilometer auf der schmalen A708 entlang, erreichen wir die beiden Parkplätze. Von hier aus führen zwei Wanderwege zum Wasserfall. Der links vom Bach zum unteren Teil und der rechte führt rauf zur Hochebene mit dem Loch Skeen.
Wir richten uns erstmal für die Nacht ein und zahlen unseren Beitrag für den Parkplatz. Noch kurz eine ebene Fläche finden und wir haben es geschafft. Das Abendprogramm muss heute ohne Internet und Fernsehn gestaltet werden, denn beides bekommen wir hier im Tal nicht rein.

Samstag, 14.Mai
IMG_4769Wir haben heute früh einen strahlend blauen Himmel. :) Noch vor dem Frühstück springe ich mit der Kamera bewaffnet den Hügel rechts des Baches hinauf, um von dort Bilder zu machen, wenn die Sonne von hinten über den Gipfel wandert und den Wasserfall und das Tal voll ausleuchtet.
Nach dem Frühstück beschließen wir, dass wir nur den kurzen “einfacheren” Weg auf der linken Seite des Baches zum Wasserfall laufen. Leider erreichen wir das eigentliche Ende des Trampelpfades nicht, da das letzte Stück wegen eines Erdrutsches gesperrt ist.
Es geht weiter Richtung Nordosten am St. Mary’s Loch vorbei bis wir in Selkirk nach Nordwesten auf die A707/A72 abbiegen. Vorbei an Vororten von Glasgow Richtung Stirling, von wo aus wir der A84 bis nach Callander fahren. Das Wetter hält sich und wir parken unseren Murphy nördlich von Callender auf einem der Wanderparkplätze und laufen ein Stück zu Fuß den Hang hinauf, bis wir den Wanderweg zu den Bracklinn Falls erreichen. Diesem folgen wir natürlich mit all den anderen Wochenendausflüglern, die es bei dem tollen Wetter nach draußen zieht. Entlang an Stechginster Hainen die extrem nach Vanille duften. IMG_4827Am Wasser angekommen schmeißt sich Einstein direkt in das flache breite Gewässer. Wir sitzen auf Steinen, genießen die Natur und die Sonnenstrahlen. 
Auf dem Rückweg zum Wohnmobil machen wir noch ein paar Bilder vom Wasserfall, der sich hier in mehreren Stufen durch den Fells ergießt.
Unser Weg führt auf der A84 Richtung Norden, auf der A85 Richtung Westen und auf der A82 weiter Richtung Norden bis wir kurz vor Bridge of Orchy nach links auf die B8074 nach Südwesten abbiegen. P1060991Hier liegt das Glen Orchy, wo wir ein paar Stromschnellen und eine tolle Landschaft entlang unserer ersten ‘single track road’ in Schottland bewundern.
In Inverlochy geht es links auf die A85 bis wir wieder an der Kreuzung zur A82 Richtung Norden abbiegen. Wir verlassen die A82 auf der Hochebene, rings um uns herum sieht alles ziemlich sumpfig aus und biegen nach links ab auf eine weitere single track road in das Glen Etive. Es sieht ein bisschen so aus, als führe die Straße ins nichts. In gewisser Weise ist es auch so. Am Ende der Straße ist außer einem Parkplatz, zeltenden Menschen und nackter Natur auch nichts weiter. Die vorhandenen Häuser sehen aus, als währen diese schon länger nicht bewohnt. Der Parkplatz ist leider so voll, dass wir hier nicht parken können. IMG_3837Wir fahren ein kleines Stück zurück, wo wir uns einfach auf eine Wiese neben einem der unbewohnten Häuser stellen. Wir studieren noch den Handzettel, den uns ein Ranger während der Zufahrt zum Glen in die Hand gedrückt hat. Aufgrund des trockenen Wetters der letzten 3 Wochen, besteht hohe Brandgefahr und wir dürfen kein offenes Feuer machen, was wir auch gar nicht wollen.
IMG_4834Wir gehen das kurze Stück hinunter zum Wasser, wo einige Bäche hier in das Loch Etive münden. Diese Stille, diese Atmosphäre packt uns und lädt zum Träumen und die Gedanken zum Dahingleiten ein…..
Nachdem wir all unsere Gedanken wieder eingesammelt haben, kehren wir zu Murphy zurück und machen uns an das Abendessen. Während desses Zubereitung können wir mit ansehen, wie sich kleinen Mistviecher (Midges) den Weg durch das Fliegengitter hindurch ins innere bahnen. :/ Also werden alle Fenster wieder verrammelt, damit diese kleinen Biester uns nicht in der Nacht auffressen.

Sonntag, 15. Mai
Die Nacht ist ohne große Überfälle der kleinen Biester verlaufen und wir brechen nach dem Frühstück wieder auf. Ein kleiner Zwischenstopp in Fort William und danach stellen wir Murphy auf dem Parkplatz an den Lower Falls im Glen Navis ab und ziehen uns die Wanderstiefel an.
IMG_4846Kurz vor der Brücke geht rechts ein Wanderweg ab, der entlang des Baches (Water of Nevis) führt. Wir folgen dem Weg etwa 1,5 Kilometer bis zu einer Brücke. Immer wieder kann man kleinere und größere Stromschnellen bestaunen, die sich durch unterschiedlich Fellsstrukturen gefressen haben. Da wir nicht an/auf der Straße zurück laufen wollen, gehen wir den gleichen Weg zurück.
Weiter geht es nordostwärts am Loch Lochy vorbei Richtung Loch Ness. Am Urquhart Castle machen wir nur einen kurzen Stopp, ohne das Gemäuer hautnah in Augenschein zu nehmen. Andere haben das Castle bereits in aller breite im Netz beschrieben und Fotografien bereitgestellt, so dass wir hier nicht näher darauf eingehen. ;)
Kurz hinter dem Urquhart Castle biegen wir links ab und fahren auf der A831 Richtung Glen Affric, wo wir uns auf die Suche nach einem Übernachtungsplatz machen wollen. Wir erreichen das Glen gegen 18 Uhr und werden zu tiefst enttäuscht. Viele schöne Wanderparkplätze, von denen wir morgen gerne zu Wanderungen durch dieses zum Teil bizarre Tal aufgebrochen wären. Doch auf jedem Platz prangt der Hinweis “no overnight parking/no camping” – toll. :( Von wegen in Schottland darf man überall frei stehen. Meine Laune ist am Tiefpunkt und eigentlich bin ich schon recht müde. Aber es hilft ja alles nichts, wir können hier nicht übernachten und irgendwo an die Seite der Straße wollen wir uns schon wegen möglicher Belästigung durch Fahrzeuge in der Nacht nicht antun. So fahren wir auf der A831 Richtung Inverness, in der Hoffnung noch irgendwo eine Ecke zum Übernachten zu finden.
IMG_3862Ein Campingplatz direkt neben einer Brücke wollte jetzt nach 19 Uhr nur für die Übernachtung 25 Pfund haben, was etwas über 30 € entspricht – der hat ja wohl den A…. offen – nicht mit mir/uns. So erreichen wir dann kurz nach 20 Uhr den Cathedral Car Park in Inverness, auf dem wir bis 8 Uhr morgen früh kostenfrei stehen dürfen – YES. Hier zwischen Kirche und Theater stehen wir sogar relativ ruhig mit 3 anderen Artgenossen. Nun ist erstmal Feierabend für heute!

Montag, 16 Mai
Nun sind leider soweit von Glen Affric entfernt, dass wir dort nicht mehr wandern gehen können. Daher ist das nächste Ziel auf der Route Richtung Nordost der kleine beschaulich Hotspot Fortrose, wo wir hoffen ein paar Delfine zu sehen. Die sollen hier in der Bucht des öfteren zu sehen sein.
Also alles bis kurz vor 8 Uhr zusammen gepackt und abreise fertig gemacht, so dass wir pünktlich um 8 Uhr den ab jetzt kostenpflichtigen Parkplatz verlassen.
Auf dem Weg durch Inverness halten wir noch bei einem Lidl, ja die gibt es zu unserer Überraschung auch hier. Auf der Suche nach Schweineschnitzel fanden wir leider nur 3mm dicke Schweinefleischscheiben… was macht der Schotte denn nur damit? Aus unserer WhatsApp-Reisegruppe kam die Überlegung PNP (Panade Nichts Panade). :D Wir sind hier in jedem Fall unseren 100 Pfundschein losgeworden und haben dafür ein Sammelsurium an Banknoten zurückbekommen. In Schottland gibt es zwei Banken, die eigene Schottische Pfundnoten ausgeben und zusätzlich noch die englischen Pfund. Da muss man schon genau hingucken, was man da in der Hand hält. Blüten (also Falschgeld) könnten wir somit gar nicht erkennen. Egal, wir haben auch diverse 1 Pfundmünzen für die Parkautomaten bekommen und das hilft uns definitiv weiter. Apropos weiter, wir fahren nun nach Fortrose, was auf der nördlichen Seite des Moray Firth liegt. IMG_4872Am Ende der Landzunge angekommen, packen wir uns warm ein, denn die Sonne verschwindet immer wieder hinter den Wolken und es ist ein bisschen windig und frisch draußen. Wir laufen ein bisschen um den Leuchtturm herum und immer den Blick aufs Wasser. Leider sind keine Delfine zu sehen.
Uns zieht es weiter Richtung Alness. IMG_4878Vor Alness lotst uns das Navi auf die B9176 und weiter auf die A836 nach Norden. Nach Invershin biegen wir ein paar mal ab und erreichen über die B864 die Falls of Shin, die wir uns kurz ansehen. :) In Lairg geht es wieder ostwärts zurück zur Küste, wo wir am P1070098Danrobin Castle zur Kaffeezeit noch einen Zwischenstopp einlegen und uns das Ganze von außen ansehen.
In Helmsdale erreichen wir dann unser kostenfreies Nachtlager am Hafen, wo wir mit zwei anderen Wohnmobilen stehen.
Wir haben uns nochmal die Schweinefleischscheiben angesehen – das hatten wir beim Kauf gar nicht gesehen, das Fleisch ist bereits mit Salz und braunem Zucker gewürzt. Was macht der Schotte nur damit???

Dienstag, 17 Mai
Das Wetter ist heute grau in grau aber zumindest trocken, mal gucken, wie lange. Unsere Reise geht weiter Richtung Nordost auf der A9/A99 nach Duncansby Head. Die Fernsicht ist sehr getrübt. So wirklich raus in den Dunst wollen wir dann doch nicht und fahren ein Stück westwärts zum IMG_4895Dunnet Head, wo wir uns erstmal einen Kaffee & Tee machen. Neben uns auf dem Parkplatz ist ein hart gesottener (vermutlich) Schotte, der sich gesagt hat: “Wenn ich schon ein Cabrio habe, um oben offen zu fahren, dann mache ich das auch”. Trotz hoher Luftfeuchtigkeit (Nieselregen) sind die beiden Insassen mit offenen Verdeck unterwegs. Nun gut, wir kennen es aus eigener Erfahrung, wenn man nur schnell genug fährt, bleibt man relativ trocken. :D 
Wir mummeln uns ein und gehen eine kleine Runde und schauen über die Steilküste den Vögel bei Ihren Segelkünsten zu.
Wir verlassen den nördlichsten Punkt unserer Reise und unser Weg führt entlang der nördlichsten Hauptstraße gen Westen. Entlang von Heidefeldern, Schafen und immer wieder auftauchenden Sandstränden. Das Meer ist heute jedoch ziemlich aufgebauscht und auch so lädt das Wetter nicht zwingend zum Baden ein. AmIMG_4896 Ceannebeinne Beach machen wir dann doch einen kleinen Zwischenstopp und gehen runter zum Strand. 
Am späten Nachmittag erreichen wir Durness, wo wir auf dem IMG_3899Campingplatz einkehren, da wir auch mal wieder VE betreiben müssen und auch gerne mal wieder eine richtige Dusche benutzen wollen. Nicht das unsere Dusche in Murphy keine richtige Dusche ist, doch der Wasserstrahl ist schon was anderes und man ja doch immer die Feuchtigkeit im Fahrzeug. Und wenn das draußen so nass ist, hilft auch lüften nicht wirklich. ;)
Wir haben mit unseren Camperkollegen zum Teil echt Mitleid. Neben uns ist ein junges Pärchen im Kleinwagen und einem Zelt unterwegs. Das Auto steht mit geöffneter Heckklappe so, dass der Wagen etwas Schutz vor Wind und Regen bietet und so wird dann eben draußen gekocht. Da haben wir schon richtig echten Luxus. Wir müssten eigentlich nur raus, wenn der Hund mal muss…
Merkzettel: Dem nächsten Hund beibringen die Toilette im Wohnmobil zu nutzen!

Mittwoch, 18. Mai
Bäh ist das ekelig draußen. Man sieht dank Nebel keine 50 m weit. IMG_4095Unser Nachbar steht wieder im Windschutz seines Minis und kocht Wasser für den ersten Tee vielleicht auch Kaffee des Tages. Was bin ich froh, dass wir das nicht müssen. Aber wir dürfen erleben, wie wechselhaft das Wetter in Schottland ist. In dem einen Moment sieht man die Hand vor Augen nicht und im nächsten Moment herrscht wieder freie Sicht und auch die eine oder andere Wolkenlücke ist mal zu sehen.
Nachdem wir auf dem CP alles erledigt haben, was man so erledigen kann, sollte und muss, fahren wir ein kurzes Stück 2-3 Kilometer nach Osten zurück. Gestern hatten hier den Zugang zur Smoo Cave gesehen, die wir uns noch angucken wollten. So stellen wir unseren Murphy auf den recht kleinen aber noch relativ freien Parkplatz ab und packen uns ein und gehen zuerst auf die Küsten abgewandte Straßenseite, wo man einen kleinen Weg folgen kann, der über eine Fußgängerbrücke führt. Unterhalb dieser fällt der hier fließende Bach hinunter in die Smoo Cave. IMG_4939Wir wechseln die Straßenseite und folgen dem Trampelpfad bis hinunter zur Höhle, die am Ende einer ausgewaschenen Bucht liegt. Wer mag kann hier den kostenpflichtigen Schlauchbootservice nutzen und sich in eine der Höhlen paddeln lassen. Von einer hölzernen Plattform aus, kann man den Wasserfall von eben sehen und auch ein bisschen in die Höhle schauen, wo das Schlauchboot hinein fährt. Wir kehren auf der anderen Seite der Bucht zurück zum Auto und nach einem kurzen Tankstopp in Durness geht es südwestwärts weiter – man könnte schon fast wehmütig sagen “der Heimat entgegen”, soweit ist es aber noch nicht.
Und weil uns auch noch nicht so ganz nach Zuhause ist, beschließen wir von der Küste nochmal ins Landesinnere zu fahren und folgen der A838 am Loch Shin vorbei nach Lairg. Von hier führt uns unser Weg nach Westen (A839). IMG_3928_2Kurz vor einer S-Kurve mit Brücke entdecken wir einen Abzweiger mit einem Schild zum Raven’s Rock Gorge. Wir biegen ab und nach knapp einem Kilometer erreichen wir einen Wald-/Wanderparkplatz auf dem Übernachten nicht verboten ist –  manchmal muss man auch einfach nur Glück haben. ;)
Wir suchen einen halbwegs ebenen Stellplatz und da es noch nicht so spät ist, gerade mal halb vier, folgen wir dem Wanderweg. IMG_3950Auf der Maps.me-Karte ist ein Rundweg zu sehen, den wir eigentlich laufen wollen. Wegen einem Erdrutsch, wie wir später gelesen haben, war der Rundweg jedoch nicht begehbar. Aber der Weg wird scheinbar neu aufgebaut und es gibt tolle Skulpture und eine Holzbank. 

Donnerstag, 19. Mai
Heute gibt es mal einen kleinen Hausputz, bevor wir uns wieder auf den Weg nach Richtung Ullapool machen. Der Himmel ist wieder wolkenverhangen und mit 6,5 Grad ist es auch nicht sonderlich/sommerlich warm. Aber darauf waren wir ja bereits gefasst. Was sagt der Schotte zu seinem Wetter: “Wir haben 3 Monate im Jahr, Regen und Wind und den Rest des Jahres Scheißwetter”.(so hatten wir es gelesen) :D 
Wir fahren durch Ullapool auf der A835 nach Süden und biegen rechts auf die A832 Richtung Westen ab. Kurz hinter der Kreuzung liegt das P1070313Corrieshalloch Gorge. Wir werfen uns in die Regenklamotten und laufen runter zu der 65 m tiefen Schlucht und dem 50 m tief fallenden Falls of Measach. Man kann über eine Hängebrücke zu einem weiteren Aussichtspunkt gelangen, der einem einen weiteren Blick in die Schlucht gewährt.
Wir folgen der A832 weiter in einem großen Bogen nach südwesten und wir machen uns auf die Suche nach einem Übernachtungsplatz. Als sich Loch Maree auf der linken Seite auftaucht, sehen wir ein Wanderparkplatzschild (Slattadale), das links zum See führt. Der Weg ist schmal und anfangs noch gut, wird hinten raus jedoch ziemlich löchrig. IMG_3962Wenn man eigentlich schon umdrehen will, landet man auf einem Parkplatz, der nur wenige Meter vom Ufer entfernt ist. Mit etwas Geschick findet man sogar eine ebene Fläche und kann vorne raus auf den See gucken.
Wir bleiben hier, auch wenn wir keinen Handyempfang haben. Dafür haben wir trotz des regnerischen Wetters einen tollen Ausblick.

Freitag, 20. Mai
Heute regnet es nicht mehr und in der Wolkendecke sind immer wieder blaue Lücken zu sehen. Wir wollen den berüchtigten ‘Applecross Pass / Bealach na Ba‘ befahren. Auf dem Weg dort hin, gabeln wir noch eine Tramperin aus Canada auf, die wir ein Stück mitnehmen. Sie bestätigte uns im Small Talk, dass es ihr, die als Muttersprache englisch spricht, ebenfalls schwer fällt, den Schotten bisweilen zu verstehen. In Achnasheen verabschieden wir uns von unserer Fahrgast und wünschen eine gute Heimreise – auf der sie sich gerade befand. Danach geht es für uns auf der A890 und A896 weiter, bis wir am Abzweiger mit der großen IMG_4155Warntafel angelangen. Wir biegen links auf die C1087 ab und folgen dem Straßenverlauf. Ja es ist keine A- und keine B-Straße mehr, sondern eine mit einem C. ;) 
Die Warntafel sagt auch, dass die Strecke nichts für Fahranfänger, sehr lange Fahrzeuge und Caravans ist. Wir haben einen schmalen Kasten und sind in Norwergen zum Teil schon schlimme Wege gefahren und dank Google-StreetView und Youtube-Videos von Motorradfahrern, konnte ich mir die Strecke vorher schon ansehen. Also auf geht’s!!!
Wir schlängeln uns die ersten Kurven die zugegeben schmale Straße hoch. Die spärlichen gesäten und kleinen Ausweichbuchten mussten wir für den einen oder anderen entgegenkommenden PKW auch aufsuchen. P1070394Zum Glück kommt uns in den letzten 3 Haarnadelkurven und der 20 % Gefälle kurz vor dem Pass kein weiteres Fahrzeug entgegen, so dass diese Straße doch fast als “harmlos” zu bezeichnen ist – zumindest für einen Bulli/Cali oder eben reinen Kastenwagen. Bei einem breiten Teil- oder Vollintegrierten Wohnmobil, hätte ich zumindest Bauchschmerzen. Auf dem Pass kam uns ein kurzer aber breiter Teilintegrierter entgegen. P1070406Den hätte ich auf der Strecke nicht treffen wollen und schon gar nicht, wenn wir ebenfalls ein solch breites Fahrzeug hätten oder sich eines direkt vor uns befände.
Oben am Pass angekommen erleben wir wieder mal, wie sprung- bzw. wechselhaft das Wetter in Schottland sein kann. Eben noch blaue Lücken in den Wolken und jetzt weite Teile mit Regen und Nebel. Zum Schluss kam dann aber doch noch ein bisschen die Sonne raus. Nachdem wir an der Westküste entlang nach Norden gefahren sind, geht es ab Fearnmore nach Südosten und ab Shieldaig nach Süden zurück zum Startpunkt zum Applecross bzw. weiter zur Isle of Skye.
Der Weg führt uns ein Stück die A896 zurück, wo wir bei Strathcarron rechts auf die A890 abbiegen und dieser bis zur A87 folgen. Nun rechts abbiegen und nach ein paar Kilometern erreichen wir die kostenfreie Brücke zur Insel Skye.
Wir orientieren nach Portree nordöstlich der Insel vorbei am Quiraing mit dem Old Men of Storr, Kilt Rock und den Mealt Falls (mit kurzem Fotostopp) nach Uig, wo wir uns in Ermangelung an Stellplatzmöglichkeiten auf den Campingplatz stellen. So haben wir wenigstens WLAN, um die Daheim gebliebenen über unsere WhatsApp-Gruppe mit Informationen zu versorgen. Unsere drei.at-Internetkarte hat auf Skye trotz HomeZone selten Empfang. Auch unsere Handys Telekom und ePlus sind kaum spürbar öfter erreichbar.
Wir hatten im Norden von Skye noch versucht die Cave of Gold zu finden, jedoch erfolglos. Zwar haben wir die Basaltsäulen gefunden, nicht aber die Höhle.

Samstag, 21. Mai
Die Wettervorhersage sieht für die äußeren Hebriden übel aus und die Inselkette liegt schon jetzt im Dunst und dunklen Wolken. Daher entscheiden wir uns gegen die nicht ganz günstige Fährfahrt, obwohl wir da schon gerne rüber gefahren wären. Doch die zwei großen Inseln im Regen anzuschauen sind uns die über 200 € teure Fährfahrt dann doch nicht wert.
Nun gut, wir brechen auf und gucken mal, ob wir trockenen Fusses zum Old Men of Storr laufen können. Die paar Kilometer zum Parkplatz sind schnell geschafft und wir ärgern uns ein wenig. Die Straße war gestern von der anderen Seite als gesperrt gekennzeichnet und hier oben hätte es die eine oder andere Ecke zum Übernachten gegeben. Egal, wir erreichen den Parkplatz und es kommt wie es kommen musste, es fängt an zu regnen. :( Wir machen nur ein paar Bilder vom Parkplatz aus und fahren zurück, am Hafen von Uig vorbei auf die A87 und biegen dann in eine kleine Straße ab, die uns zum Fairy Glen führt. Im Moment ist es trocken, aber wir ziehen uns sicherheitshalber die Regenklamotten an und gehen auf eine kleine Erkundungstour. Das ist schon bizarr schön, was hier die Natur oder eben die Feen hier geschaffen haben. In jedem Fall kann man auch hier wunderbar die Seele baumeln und die Gedanken fließen lassen.
Wir brechen nur schweren Herzens auf und folgen der A87 Richtung Süden und biegen dann auf die A850 rechts Richtung Dunvegan ab. Am Dunvegan Castle erschrecken wir bei den Eintrittspreisen. Wir verstehen zwar, dass das hier alles gepflegt werden muss aber 11 Pfund / Person nur für den Gartenbesuch lässt den Schotten in uns wachsen. Wir fahren am Castle vorbei die Straße einfach weiter hoch, wo wir kurz vor dem Ende links auf einen Parkplatz fahren. Von hier aus gehen wir zu Fuß zum Coral Beach. Das Wetter klart etwas auf und nach einem guten Fußmarsch entlang der Küste auf einem relativ ebenen Weg erblicken wir hinter einer kleinen Erhebung den Coral Beach. Je dichter man kommt und erst recht wenn man mal eine Handvoll des Strandes in die Hand nimmt, weiß man, woher der Strand seinen Namen hat. Allerdings ist es kein richtiger Korallenbruch, wie wir erst gedacht haben. Wenn man im Internet etwas sucht, sind das die zerbrochene Skelette von Red Coralline Algen, die aber sehr artverwandt aussehen. Wenn man seinen Blick über das Loch Dunvegan streifen lässt, kann man nach der einsetzenden Flut die Seehunde beim Spielen und der Jagd beobachten. :)
Wir fahren weiter nach Westen zum Neist Point, jedoch am Ende der Straße stapeln sich bereits die Wochenendeausflügler. Wir haben können nur mit viel Geschick und 10 Minuten Aktionszeitraum wenden ohne irgendwelche parkenden Fahrzeuge zu tuschieren und fahren ein Stück zurück. Am Loch Mor bietet sich eine kleine Schotterfläche neben der Straße hervorragend als Übernachtungsplatz an. Wir hoffen, dass wenn die Ausflügler alle weg sind, sich der Verkehr hier in Grenzen halten wird. Wir genießen von hier aus den Sonnenuntergang…..

Sonntag, 22. Mai
Das Wetter scheint uns hier heute früh gut gesonnen und wir brechen früh auf, um zu den Fairy Pools zu fahren. Nach dem gestrigen Ansturm auf Neist Point Lighthouse, erhoffen wir uns durch frühes kommen einen Platz auf dem Parkplatz. ;) Und so ist es dann auch, auf dem Parkplatz stehen gerade einmal 2 Fahrzeuge, als wir diesen erreichen. Wir parken und frühstücken erst einmal in aller Ruhe. Während wir so frühstücken, füllt sich der Parkplatz merklich – war eine gute Idee, früh hier zu sein. Wir cremen uns noch mit Smidges ein, damit die kleinen Plagegeister, die draußen schon rum sirren, keine Chance bei uns haben. Gut besohlt und einem für alle Eventualitäten gefüllten Rucksack brechen wir auf. Wir kommen uns ein bisschen vor, wie auf dem Weg zum Preikestolen in Norwegen. Der Parkplatz ist mittlerweile voll und die ersten parken am Straßenrand. Zum Überqueren der mitunter reißenden Bäche dienen Felsblöcke. Man muss sich bei dem einen oder anderen Sprung schon ein wenig was trauen. Etwas ängstliche Wanderer halten bisweilen den Verkehr ein wenig auf. Wir wandern entlang des Allt Coir’ a’ Mhadaidh, an dem die einzelnen Fairy Pools zu bestaunen sind, bis hin zu dem meist illustrierten Wasserfall. Wer noch etwas geschichtliches und mehr zur Landschaft wissen will wird hier fündig. Auf dem Weg zurück zum Wohnmobil kommen uns Heerscharen an Touristen und Wochenendausflüglern entgegen. An der Straße ist keine Parkmöglichkeit mehr zu haben und unser freigewordene Parkplatz ist sofort wieder belegt.
Uns zieht es weiter etwas westlicher an den Talisker Bay. Zwischdurch hatten wir seit Freitagabend auf dem Campingplatz endlich mal wieder für wenige Minuten Internet und Handyempfang und haben ein Lebenszeichen an unsere Follower gesendet. :) In Talisker versuchen wir unser Wohnmobil möglich anwohnerfreundlich zu parken und laufen der Karte folgend zum Strand. Auf der Wanderung halten wir noch kurz Small Talk mit einer älteren Dame und erreichen recht schnell den Strand. Dieser sollte eigentlich einen Sandstrand haben. Wir fanden leider nur knapp Faust große Steine steine vor und relativ viel Treibgut (Müll) vor. Das trübte ein bisschen das Panorama dieser Bucht.
Wir fahren weiter, zu unserer letzten Station auf Skye dem kleinen Örtchen Elgol. Auf der Südseite der Black Cuillins fahren wir nach Elgol auch schon mit einem Blick auf einen Nachplatz, den wir hier leider nicht finden. Nur ein Wanderparkplatz hat sich angeboten, doch dieser ist so fürchterlich schief, das nicht einmal Keile für ein ansatzweise gerades Niveau helfen würden. Wir fahren weiter bis wir in Elgol ankommen und die 25% Gefälle runter ins Dorf und zum Hafen erreichen. An einer öffentlichen Toilette halten wir, entsorgen kurz unsere Toilette (unsere ist ja chemiefrei) und überlegen, was wir tun. Es ist ja gerade erst knapp Halbzeit und so wollen wir von der Westküste nun wieder zurück zur Ostküste und fahren Richtung Inverness.
Zwischenfazit: Schottland hat grundsätzlich schöne Ecken, aber irgendwie wiederholt sich die Natur und hat dabei wenig Highlights. Die Isle of Skye hat uns jedoch sehr gefallen. Wenn man wegen Geschichte, den sehr freundlichen Menschen und dem Whisky hier her kommt, ist man sicherlich gut aufgehoben.
Da sich kein wirklich einladender Stellplatz findet beschließen wir wieder in Inverness auf dem Parkplatz bei der Kirche, von vor einer Woche, zu übernachten. Dort angekommen, stellt sich die Frage des Abendessens. Wir haben voll Bock auf ne Pizza und finden einen Lieferservice. Spannend ist jedoch die Eingabe der Anlieferadresse. Hier hat anscheinend jeder Haus eine eigene Postleitzahl – oder so ähnlich. Der Fahrer hat uns dann aber doch gefunden. War wohl etwas tricky, da der Cathedral Car Park zweigeteilt ist. Es gäbe noch eine Parkfläche hinter dem Theater und einem weiteren öffentlichen Gebäude. Egal, er hat uns gefunden sich vielmals für das Trinkgeld bedankt und wir haben eine leckere sogar noch warme Pizza und der Abend ist gerettet.

Montag, 23. Mai
Pünktlich, bevor der Parkplatz wieder kostenpflichtig wird, brechen wir auf und halten bei einem Tesco, um noch einige Einkäufe zu tätigen. Auch wollten wir, da es so langsam Richtung Heimat geht, die Einkaufswünsche aus der Heimat umsetzen. Wir bestaunten die lange Reihe von verschiedenen Kartoffelchips und erst recht staunten wir, als wir von einer Angestellten vor dem Bierregal darauf hingewiesen wurden, dass Alkohol erst ab 10 Uhr verkauft werden darf. Also schnappen wir uns unseren Einkauf und gehen erstmal in Wohni zum Frühstücken. Punkt 10 Uhr stehen wir wieder auf der Matte und holen den Rest.
Am Fort George finden wir leider keinen Zugang zum Wasser, um wieder nach Delfinen ausschau zu halten und fahren ein Stück weiter nach Findhorn. Wir haben anscheinend Ebbe und können auch heute wieder keine Delfine entdecken. Eine Bucht weiter in Burghead genießen wir die Aussicht und verweilen ein wenig. Wir haben heute aber auch wieder echt Glück mit dem Wetter – keine Regenwolken in Sicht. :)
Wir fahren weiter nach Portknockie, wo wir das Wohni in einer Seitenstraße parken und zu den Vogelfelsen laufen und einige schöne Bilder gemacht haben.
Damit ist der Tag eigentlich auch schon wieder gelaufen und wir steuern ausnahmsweise wieder einen Campingplatz in Findochty an, wo wir in erster Reihe an der Küste stehen dürfen.
Das stabil gute Wetter lockt uns einen kleinen Spaziergang entlang der schroffen Felsen zu unternehmen.

Dienstag, 24. Mai
Ab heute läuten wir definitiv langsam die Heimreise ein. Schließlich sind es von hier noch gut 1.800 KM bis nach Hause. Wir fahren also vom Campingplatz Richtung Süden bis zur A97 der wir nach Südwesten folgen. Am Kildrummy Castle machen wir einen kurzen Zwischenstopp und nach der Entrichtung des Eintritts schauen wir uns die Burgruine an.
Weiter geht es über die A944/A939/A93 und wir erreichen die Grampain Mountains und damit die höchste Passstraße von Groß Britannien mit 670 m ü. NN. Wer mag kann hier im Glen Shee Ski fahren, jedoch nicht im Hochsommer. ;) In Blairgowrie folgen wir der A923 nach Dunkeld, wo wir etwas suchen müssen, bis wir schließlich den Parkplatz von The Hermitage. Nach einem gemütlichen Spaziergang durch den Wald geht es auf der A9 weiter an Edinburgh vorbei nach Osten an der Küste entlang auf der Suche nach einem Stellplatz.
Schon etwas verzweifelt stellen wir uns gegen 21:30 Uhr in einem Wohngebiet auf einen Parkstreifen.

Mittwoch, 25. Mai
Heute müssen wir leider sehr viel Strecke machen, da wir den Zug nach Frankreich bereits für morgen gebucht haben. Wir hatten gesehen, dass mit dem kommenden Wochenende die Sommerferien hier auf der Insel beginnen und die Preise ab Freitag für die wenigen Restplätze explodieren. Und auf den erhöhten Verkehr rund um London habe ich ehrlich gesagt auch keine Lust. Somit gilt es heute ein ganzes Ende südlicher zu kommen. Wir wählen als Hauptroute die A68 und fahren gegen 14 Uhr über die Grenze und verlassen Schottland. Es folgt ein Streckenabschnitt, der ständig bergauf und bergab geht und man sich fast ein bisschen wie in einer Achterbahn fühlt. Vor allem mit unserer Motorisierung kann man gut die vorgeschriebene Geschwindigkeit halten und im Verkehr mit schwimmen. An den Bergkuppen ist es dann wie in der Achterbahn. Macht in jedem Fall gute Laune, gerade weil die Strecke ansonsten schnurr gerade ist. Ab Darlington fahren wir auf die A1(M) und in Ripon finden wir in der Nähe der Kirche einen Parkplatz. Wir zahlen brav unsere Parkgebühren und haben, bis auf das abendliche eine Stunde dauernde Geläut, dann auch eine echt ruhige Nacht.

Donnerstag, 26. Mai
Wir haben heute noch ca. 5 Stunde reine Fahrzeit mit knapp 500 Kilometer bis Folkestone bevor. Da wir lieber hinten raus etwas Puffer für eventuelle Staus haben wollen, wird heute ebenfalls nicht gewandert sondern Strecke gemacht.
Daher frühstücken wir erstmal in aller Ruhe und lassen den Berufsverkehr den Vortritt und brechen erst gegen 10 Uhr auf. Bei unserem letzten Tankstopp auf der Insel verbraten wir unsere letzten Pfundnoten. Je weiter wird in den Süden kommen, um so wärmer wird es. Die letzten Tage hatten maximal 15 Grad, sonst eher so um die 8-10 Grad. Wir bekommen immer besseres Wetter und das Thermometer erreicht schon fast sommerliche 19 Grad. Gegen 17:30 Uhr erreichen wir Folkestone. Um 21:20 Uhr fahren wir zum Check-In und die Beladung beginnt. Es ist zwar ziemlich voll, aber es rollt kontinuierlich. Um 22:10 Uhr sind wir dann auch in Frankreich und fahren noch ein Stück, bis wir unseren Stellplatz erreichen.

Freitag/Samstag 27. – 28. Mai
Im Grunde machen wir nur noch einen Zwischenstopp in Coesfeld und sind dann am Samstag wieder Zuhause.
Nun haben wir noch zwei Tage, um unser Wohni gründlich zu reinigen und Wäsche zu waschen.