Die letzten Wochen im Büro waren sehr anstrengend und so mussten wir dem Alltag einfach mal entfliehen. Ute hat mich am frühen Nachmittag eines Donnerstags aus meinem Homeoffice rausgeholt und wir sind einfach mal Richtung Norden gefahren. Hier sollte es ein schönes Fleckchen in Maasholm geben, wo wir zu dieser Jahreszeit vermutlich relativ alleine sein sollten.

Normalerweise bin ja ich der Fahrer, aber dieses mal sollte es anders sein. Ute setzt sich gleich von Anfang an hinter das Steuer und verliert schon nach wenigen Kilometern die sonst vorhandene Angst vor der Größe unseren ja eigentlich kleinen Reisemobils ;) – gibt ja noch deutlich größere :) .
Kein Wunder, so haben wir es nicht weit bis zur B404, welche danach in Richtung Norden in die A21 übergeht, und diese Straßen sind ja für gewöhnlich etwas breiter.

In Kiel meistert sie den zweispurigen Stadtverkehr schon fast wie ein alter Hase. Es geht weiter auf der B76 nach Eckernförde, danach die B203 nach Kappeln, wo wir uns den Stellplatz am Nordhafen ansehen. Ute bugsiert uns durch die 10er-Zone am Hafen und wir erreichen den etwas wild ausgeschilderten Stellplatz. Links der Kassenautomat, gerade durch die Entsorgungsstation und wo soll man stehen? Wir fahren ein kurzes Stück zwischen den ganzen abgestellten Booten und entscheiden uns zu drehen. Kurz bevor wir das Gelände wieder verlassen, sehen wir einen Wegweiser, welchen wir vorher nicht gesehen hatten. Wir gucken uns die Stellflächen an und entscheiden uns, noch ein Stück weiter bis nach Maasholm zu fahren. Schließlich haben uns hier gleich mehrere Personen gesagt, dass es dort schön sei.

So folgen wir der B199 noch ein Stück Richtung Norden, bis es rechts nach Maasholm abgeht und Ute leichte Schluckbeschwerden kommt. Okay, die Straße ist etwas schmaler als eine Bundesstraße, aber immer noch keine einspurige Straße wie in Fjordnorwegen mit hohem Fahrzeugaufkommen. Wir erreichen nach wenigen Kilometern Maasholm, wo gleich der erste Parkplatz das Übernachten verbietet. Wir folgen den Wegweisern und erreichen das Hafengelände, wo bereits zwei weitere WoMos Quartier bezogen haben.
IMG_3542In den Wintermonaten wird hier wohl nicht so darauf geachtet und man darf auch auf den PKW-Parkplätzen stehen. Viele der 40 Stellplätze sind durch überwinternde Boote belegt, daher vermutlich auch die gelockerten Regeln. Wir suchen uns eine halbwegs vom Untergrund her trockene Stelle und gleichen die leichte Schräglage mit Keilen aus.

Zunächst sondieren wir die Stellplatzregeln, dann fahre ich die SAT-Schüssel aus und lasse die Schüssel nach dem Satelliten suchen. Schließlich hatte ich das Steuergerät nach unserer Weihnachtstour an Alden zur Neuprogrammierung geschickt und wollte jetzt die Sender neu einstellen.
Nach nicht einmal einer Minute piepst das Steuergerät und die Schüssel ist ausgerichtet. Ich starte den Sendersuchlauf. Nach ein paar Minuten die ernüchternde Feststellung, das sind nicht genug Sender und gerade mal 3 deutsche (3SAT HD, KiKA HD und ZDFinfo HD). Es ist noch vor 17 Uhr und ich versuche mein Glück bei der Alden-Hotline. Hier empfiehlt man mir, nach kurzer telefonischer Analyse, die ausgerichtete Schüssel direkt mit dem Fernseher zu verbinden und so das Steuergerät auszuschließen. Da das Kabel zu kurz ist, planen wir für den morgigen Tag den Kauf eines F-Verbinders ein.

Nun wollen wir dann doch mal gucken, ob wir nicht etwas zu futtern finden. Eigentlich wollten wir uns heute bewirten lassen. Der Imbiss am Platz macht leider erst morgen auf – heute ist hier eine geschlossene Gesellschaft wegen Saisonbeginn. Das Personal meint aber, dass evtl. noch ein anderer Betreiber schon bewirtet. So ziehen wir durch die Gassen, auf der Suche nach Nahrung. Nach einer Weile entscheiden wir uns, dann doch selbst zu kochen.

Gesättigt, müde und vor allem erschöpft durch die letzten anstrengenden Wochen fallen wir früh ins Bett.

Freitag
IMG_3544Hups, ich habe 11 Stunden geschlafen – völlig untypisch. Mir reichen normal 5-7 Stunden und Ute 6-8, war dann wohl doch eine gute Entscheidung, diese Auszeit zu nehmen. Nach dem Frühstück löst sich auch so langsam der Hochnebel auf und die Sonne kämpft sich durch. Wir ziehen uns (warm) an und gehen zum Deich hoch. Diesem folgen wir für knapp 2 Kilometer und drehen dann um. Auf halber Strecke nehmen wir einen Querweg und laufen auf die andere Seite der Halbinsel, wo wir dem Fußweg in Wassernähe folgen, bis wir wieder am Hafen landen.
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Es ist Mittag, wir brechen nach Schleswig auf und auch heute schwingt sich Ute hinters Lenkrad. Zunächst die B199 und in Kappeln die B201 nach Schleswig. Ist ja nur ein kurzes Stück (knapp 40 Minuten).
Unterwegs sehen wir einen Baumarkt, wo ich den F-Stecker suche und Ute ein paar Batterien für die Fernbedienung.
Das Navi scheucht Ute quer durch die Stadt bis runter zum Hafen. Hier wurde vor ein paar Jahren der Stellplatz komplett überarbeitet. Zwar kann man wieder darüber streiten, ob man unbedingt 16 € nehmen und dafür alles inkl. anbieten muss oder ob man das abstuft und alles einzeln bezahlt. Da wir gestern kostenfrei davon gekommen sind, stört uns das heute mal nicht. IMG_3563Wir ergattern einen der letzten Plätze direkt am Wasser und hängen uns dann auch wie alle anderen an den Strom.
Die Duschen und auch der Zugang zum Müll ist nur über einen Chip möglich. Wir sind zu faul, uns aus einer benachbarten Gastronomie diesen digitalen Schlüssel zu organisieren.

Ich versuche mal wieder mein Glück mit der SAT-Anlage. Zuerst die Schüssel ausrichten, dann das Antennenkabel aus dem Steuergerät direkt mit dem Fernseher verbinden und nun den Sendersuchlauf. Nach knapp 5 Minuten 0,0 Sender!?! Ich versuche wieder bei Alden, doch da geht keiner ran. Also versuche ich es beim Freundlichen, der die Anlage schließlich vor knapp 2 Jahren eingebaut hat. Nachdem ich mit dem Chef alles durchgesprochen habe, ruft er parallel bei Alden an.
Dort erreicht er wohl nur einen nicht so motivierten Supportmitarbeiter.
Wir beschließen, dass das uns so nicht weiter bringt und ich doch mal mit dem WoMo rumkommen soll, damit sich das der Haustechniker mal anguckt.

Ute drängelt schon seit geraumer Zeit, dass sie gerne ein Stück Kuchen jagen möchte. Da ich mit der SAT-Anlage eh nicht weiter komme, ziehen wir uns an und laufen ein paar Straßen weiter zu einem Bäcker, den Ute schon über google gefunden hat. Danach bummeln wir noch ein Stück weiter Richtung Fußgängerzone, wo wir einen Italiener entdecken, bei dem wir heute Abend was essen gehen könnten :) .
So drehen wir um, um in Ruhe unseren Kopenhagenerstreifen zu genießen. Doch soweit kommen wir gar nicht. Eben sind wir schon an der Dönerbude an der Ampel vorbeigekommen und irgendwie hat es mich da dann doch reingezogen. So gehen wir mit zwei Dönern und dem Kopenhagenerstreifen zu Murphy zurück.
Der Kopenhagener kommt erstmal in den Kühlschrank und wir machen uns über die Döner her.

Unterm Strich war der nicht wirklich richtig lecker – ging so, aber jetzt sind wir so pappsatt, dass der Italiener heute Abend leider ausfällt – wäre bestimmt leckerer gewesen :( .

Da der Fernseher nicht so will wie ich, spielen wir ein bisschen Schiffeversenken und gehen wieder früh ins Bett. Liegt vielleicht auch an der vielen frischen Luft :D , dass wir so müde sind.

Samstag
Wir holen beim Bäcker Brötchen und gehen gleich danach zum Hafenmeister, der sein Büro von 8 bis 10 Uhr offen hat. Der Hafenmeister ist ne herrliche Type, da bekommt man gleich richtig gute Laune. Wir bezahlen unsere Stellplatzgebühr und erhalten noch ein Multi-Funktions-Einkaufsutensil (andere nennen es einen Stoffbeutel) :D .
Nach dem Frühstück gehen wir, trotz hoher Luftfeuchtigkeit (Fisselregen), zur Fussgängerzone hoch, um ein bisschen bummeln zu gehen. Dank unserer neuen Funktionsjacken juckt uns das aber überhaupt nicht :) .

Nachdem Ute in einem Klamottenladen in der Sportabteilung einen Badeanzug gefunden hat, plündern wir einen Schlachter und auf dem Rückweg zum WoMo holen wir für das Abendbrot noch ein paar Spätzle.

Es ist Mittag. Obwohl wir noch bis 16 Uhr bleiben könnten, brechen wir auf und fahren nach Schacht-Audorf, wo wir uns gegenüber von Rendsburg an den NOK (Nord-Ostsee-Kanal) stellen werden.

Ute hat Blut geleckt und will wieder fahren. :D

IMG_3566Wir kommen auf dem Stellplatz direkt an der K76 an und es sind noch reichlich der 41 Plätze frei. Der Platz ist noch nicht alt, aber gerade deswegen verstehen wir nicht, warum man die Plätze dann nicht ebener gestaltet. Das gesamte Gelände ist abschüssig angelegt und man ist gezwungen mit Keilen oder Stützen auszugleichen.
Zur Straße ist man nur durch einen kleinen Wall geschützt, der aber keinen wirklichen Lärmschutz bietet. Jetzt, über Tag, hören wir die Straße trotz des nässebedingten höheren Lärmpegels nur recht schwach und genießen die Aussicht.
Immer wieder durchkreuzen kleinere und größere Schiffe unseren Ausblick. Meist hört man die Schiffsmotoren, bevor man die Schiffe selbst sieht.

Das wenige Fahren, die niedrigen Außentemperaturen und das damit verbundene Durchheizen fordert seinen Tribut. Die im Dezemberurlaub angebrochene Gasflasche ist am frühen Abend erschöpft. Was für ein Glück, die Dinger haben ja sonst eher die Angewohnheit, in der Nacht leer zu sein ;) .
So tauschen wir die Flaschen noch kurz durch und verschwinden im Bett.
Immer wieder ist das dumpfe Dröhnen der Schiffsmotoren zu hören. Noch viel häufiger ist die nasse Straße zu vernehmen.
MERKER: Beim nächsten Wohni mal den Schallschutz überprüfen und/oder den jetzigen erhöhen…
Anders kann ich mir nicht erklären, warum der Platz so tolle Bewertungen hat, trotz des wirklich störenden Straßenlärms. Ich finde leider die Ohropax nicht :( .

Sonntag
Das Wetter wird etwas besser – es ist zumindest trocken ;) . Wir ziehen uns nach dem Frühstück an und gehen runter zum NOK, um dort spazieren zu gehen. Erst gehen wir links runter, drehen dann später und gehen am Platz vorbei bis zur Autofähre. Nachdem Ute hier die Tafel studiert hat, gehen wir den Fußweg an der Straße zurück zum Platz.

Am späten Vormittag geht es dann wieder nach Haus, da wir am Nachmittag noch anderweitige Verpflichtungen haben.

Die paar freien Tage haben den Akku zumindest wieder ein bisschen aufgeladen und das war ja schließlich Ziel der Übung.

 

NACHTRAG – Für die, die über Suchmaschinen hier gelandet sind, weil Sie ein ähnlich TV/SAT-Problem haben: Astra hatte im November 2015 an den Frequenzen rumgefummelt und unser SSC von Alden musste zur Neuprogrammierung eingeschickt werden, da man hier kein Menü hat, wo man das selbst machen kann. Nachdem wir das Steuergerät wieder hatten, hat der Fernseher nur noch knapp 100 unverschlüsselte Sender gefunden. In der Werkstatt unserer Wohnmobilhändlers (Togo-Reisemobile), haben wir dann nach dem Ausschlussverfahren herausgefunden, dass der Receiver im Fernseher wohl einen hau hat. Die Schüssel (LNB) und das Steuergerät arbeiten nach dem Update fehlerfrei! Fernseher wird nun eingeschickt, mit der Bitte die Reparatur auf Kulanz durchzuführen. Mal sehen…