Ursprünglich hatten wir uns im März auf einen ersten Winterurlaub mit Murphy (unserem Reisemobil) gefreut.
Obwohl wir den Urlaub um eine Woche nach vorne geschoben haben, um an einer Geburtstagsfeier in Baden-Baden teilzunehmen, war nix mehr mit Winter. Stattdessen hatten wir eher frühlingshaftes Wetter, was uns im Grunde auch nicht gestört hat.

Nachdem wir in der Woche schon unseren Murphy gepackt hatten, wollten wir am Freitag gegen 16:30 Uhr aufbrechen. Auf dem Parkplatz des Firmengeländes von meiner besseren 1/3 wollte ich mir noch kurz die Hände waschen. Ich hörte zwar ein Pumpengeräusch, aber was da aus der Leitung kam, sah nicht nach einem druckvollen Strahl aus – Mist, toll, verfluchte ….
Meine Frau guckte mich an und kurz auf die Uhr und fragte mich, wie wir denn fahren würden und ob wir nicht sowieso bei unserem “Freundlichen” vorbei kämen, evtl. würde man uns dort noch kurz helfen können – ein kurzer Anruf bestätigte die Hoffnung.
Während der Fahrt machte ich mir Gedanken darüber, ob ich irgendwo was vergessen hätte. Wasser hatte ich doch aufgefüllt und alle Ventile geschlossen. An zwei Kreuzungen sah ich hinter uns eine Pfütze, dort wo wir standen. Nein, geregnet hatte es den Tag über nicht, und als ich an die Kreuzung herangefahren bin… nein, da war noch keine Pfütze… laufen wir etwa aus – haben wir ein Leck? Och nö, ich hatte mich so auf eine Woche Urlaub gefreut, endlich mal wieder raus.
Aber wo kann das herkommen… grübel

Auf dem Hof unseres “Freundlichen” hörte ich es plätschern und wir wurden schon erwartet – so kurz vor Feierabend. Die Stelle, wo das Wasser heraus lief, kam mir irgendwie bekannt vor, da ist doch der Heizungsablauf…
Die ganze Panik umsonst, alles gut, der Frostwächter hatte ausgelöst. Obwohl wir über Tag zwar keine zweistelligen Temperaturen hatten, war es dank der Sonne aber eigentlich richtig angenehm mild – also nicht wirklich frostig. Egal, wir durften dann mal kurz rückwärts ranfahren und nochmal Wasser aufnehmen und konnten dann endlich entspannt Richtung Salzgitter aufbrechen, unserem ersten Nachtlager.
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Samstag:
Es ist noch Nacht – es stürmt, ich bin wach und bemerke, Ute ist auch wach, und frage: “Weißt du wie, spät das ist?” Die Antwort kam prompt: 1 Uhr! Uff, ja toll, ich meinte, da haben wir ja noch ein paar Stunden vor uns. (Ute empfand meine Aussage in diesem Moment als äußerst belustigend und es sollte uns noch den ganzen Tag verfolgen).
In jedem Fall hatte es auch was Positives: Von den Cruisern, die hier auf dem hier angrenzenden öffentlichen Parkplatz am Schwimmbad nachts ihre Runden drehen sollten, war nichts zu hören. Und man kann das Rütteln des Windes vielleicht in ein In-den-Schlaf-wiegen umwandeln, wenn man nur stark genug daran glaubt.
Irgendwann gewann die Müdigkeit.

Nach dem Frühstück machten wir uns auf und wollten noch kurz den Wassertank in Gänze auffüllen – wir hatten diesen gestern nur gut halb voll beim “Freundlichen” getankt, so dass wir zumindest bis zur nächten Bunkermöglichkeit kommen würden. Hier sollte es eine Ver- und Entsorgung geben. Der Abfluss lag allerdings echt ungünstig, zu 100% trifft man das Gitter nur, wenn ich die Station über den Haufen gefahren hätte – egal.
Zumindest die Wasseraufnahme sollte gut klappen, so hoffte ich, doch weit gefehlt. Der Beschiss lauert doch überall. 50 Liter sollte es sein, die man je Zahlvorgang erhalten sollte. Erst nach dem zweiten Geldeinwurf, konnten ich auf der Wasserstandsanzeige 75 Liter ablesen (gestern hatten wir ja knapp 50 Liter getankt und durchs Duschen und abwaschen vielleicht 20 Liter verbraucht).
Haken wir es ab, als Unterstützung für die Stadt Salzgitter, die uns immerhin die kostenfreie Übernachtung ermöglicht hat. Für meine etwas angefressene müde Stimmung durch den Sturm konnte die Stadt ja auch nichts ;).

Weiter geht es Richtung Baden-Baden auf der Autobahn, wir haben heute ja noch einen Termin.
Kurz vor Baden-Baden bin ich etwas früher abgefahren, um meiner Frau meine zweite Heimat zu zeigen. Schließlich hat meine Firma ihren Hauptsitz hier unten, und ich bin regelmäßig hier und hatte bislang nur berichtet. So bekommt das Erzählte nun auch endlich ein Gesicht.

Am Nachmittag haben wir uns in der Nähe der Gaststätte auf einen Parkplatz gestellt und haben unseren kurzen Abstecher nach Baden-Baden wegen Regens abgebrochen.
So sind wir dann abends zur Geburtstagsfeier gegangen. Danach sind wir erschöpft ins Bett gefallen und haben die ruhige Nacht genossen.

Sonntag:
Am Morgen sah das Wetter schon deutlich freundlicher aus und wir haben einen kleinen Bummel durch die Stadt gemacht und uns Brötchen für das Frühstück geholt.

Nach dem ausgiebigen Frühstück ging es über Karlsruhe nach Saarbrücken und von dort nach Saarburg.
Hier haben wir uns auf einem schönen Stellplatz direkt an der Saar einquartiert.

Nach dem üblichen Einrichten sind wir dann die gut 10 Minuten nach Saarburg an der Saar entlang gelaufen und haben dort u.a. den Wasserfall in der Stadt angesehen.
Nach gut 1,5 Stunden waren wir wieder auf dem Platz und haben den Abend gemütlich ausklingen lassen.
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Montag:
Pünktlich kommt der Brötchenwagen – wie in anderen Reiseberichten beschrieben – laut und wild hupend auf den Hof.
Aus allen Ecken strömen die hungrigen Artgenossen und jeder ergattert sich sein Frühstücksbrötchen und ggf. eine Zeitung.

Wir hatten von den “Schweineställen” gelesen, die sich in der Nähe der Teufelsschlucht (haben wir im Herbst 2013 besucht) befinden sollen. Da die Teufelsschlucht schon toll gewesen war, erhofften wir uns einen ähnlich tollen Ort. Allerdings hatten wir nur eine sehr dürftige Anfahrtsbeschreibung und sind kläglich gescheitert. Nicht einmal Anwohner wussten davon.

p1030343Somit ging direkt es zu unserer nächsten Etappe dem “Grubenwanderweg“. In der Nähe von Fell ist ein Rundweg mit 10 alten Schiefergruben, davon kann eine besichtigt werden.

Die Anfahrt war mal wieder abenteuerlich. Ich verstehe echt nicht, wo das Problem ist, dass große Baustellen so gemeldet werden, dass Navi über TMC die Streckensperrungen auch verarbeiten können. Immer wieder muss ich feststellen, dass man gewisse Vollsperrungen nur als Ortskundiger sinnvoll umfahren kann. So irrten wir vor und nach dem Grubenwanderweg durch Fell und als Tourist – wofür ja der Grubenwanderweg sicherlich gedacht ist – und mit einem Wohnmobil durch verschachtelte 30er Zonen zu fahren, ist nicht jedermanns Sache. Naja ich kann zum Glück unseren Kasten ganz gut steuern ;).

Nach den Strapazen in Fell und dem netten Ausflug zum Grubenwanderweg ging es nach Longuich. Hier auf einem Stellplatz auf einem Weingut direkt an der Mosel ließen wir den Tag im Sonnenschein ausklingen.
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Dienstag:
In 300m Entfernung sollte ein Bäcker sein. Also schwang ich mich aufs Fahrrad und radelte los. Nach gut einem Kilometer habe ich einen Bäcker an einem Supermarkt gefunden. Auf Nachfrage beim Personal nach einem anderen Bäcker wurde die Vermutung auf ein Cafe in der Nähe des Stellplatz aufgeworfen. Egal, ich hatte, was ich wollte.

Nach dem Frühstück brachen wir auf nach Kröv, wo es eine ganz tolle Moselschleife geben soll. Vielleicht lag es an der Jahreszeit, uns hat es jedenfalls nicht zugesagt und wir zogen weiter.

In Manderscheid an der Heidsmühle, wo wir letztes Jahr schon gestanden hatten, haben wir unser Quartier bezogen.
Da es noch relativ früh war, haben wir uns auf einen der Rundwege gemacht, die hier am Platz vorbei gehen.
So gingen wir also den Wasserfall-Rundweg und machten einen kleinen Abstecher in die Wolfsschlucht.
Wasserfall ist eigentlich übertrieben, aber für deutsche Verhältnisse durchschnittlich. Wir sind echt von Norwegen versaut worden :D.
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Abends sind wir noch in der Heidsmühle eingekehrt, wo wir vergangenes Jahr eigentlich sehr lecker gegessen hatten. Dieses Mal war es eher unterdurchschnittlich – schade.

Mittwoch:
Zum Frühstück hatten wir uns in der Heidsmühle Brötchen rausgeholt, die wir am Abend zuvor bestellt hatten.

Gut gestärkt sind wir dann zur Nohner Mühle gefahren, von wo aus wir eine kleine Tour zu den Nohner Wasserfällen unternommen haben. Die eine Strecke soll man nach Regen besser meiden. Da es nicht geregnet hat, entschieden wir uns für diesen Weg.
DAS nenne ich einen Wasserfall, wenn auch wenig Wasser, aber dafür stimmt die Höhe wenigstens ;). Das gestern war doch eher eine Stromschnelle.
Leider wurde hier vor kurzem der Knick bereinigt und daher sah das alles etwas kahl aus.
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Danach ging es nach Mendig zur Wingertsbergwand. In Mendig haben wir unsern Kasten auf einem Stellplatz am Sportplatz abgestellt, weil wir ja keine Ahnung hatten, wo diese Bergwand nun ist.
Im Lavadome hatten wir nur kurz nach dem Weg gefragt (dusseliger Weise nicht ausführlich) und sind los. Nach einer gefühlten Ewigkeit ging es dann rechts von der Hauptstraße ab an einem Schwimmbad vorbei (hier sollten künftige Besucher besser parken), gingen über eine Autobahnbrücke und standen halbwegs in einem Tagebau. Mmmh und nun? Kein weiteres Schild, welches uns den Weg wies. Aber es blieb eigentlich nur eins, dem Weg links an diesem Tagebau zu folgen. Nach einer weiteren gefühlten Ewigkeit kam die Erlösung – wir waren richtig. Das war schon imposant…
Wir gingen ein Stück an der Bergwand entlang und ich entschied, meine alten pfadfinderischen Fähigkeiten auszugraben. Wir gingen einfach mal querfeldein, um zurück zur Autobahnbrücke zu gelangen. Ute zweifelte zwischendurch schon an den besagten Fähigkeiten – ich auch. Aber es ging gut und wir liefen zurück zum Wohnmobil.

Nachdem wir uns die Füße fast wund gelaufen hatten, sind wir nach Schleiden-Gemünd zu unserem Nachtlager aufgebrochen. Dort am Nationalpark Eifel angekommen, wurden wir herzlichst aufgenommen. Auch hier ließen wir bei fast sommerlichen Temperaturen den Abend in der Sonne ausklingen.
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Donnerstag:
Pünktlich auf die Minute kam der Brötchenlieferservice (nicht ganz so lautstark wie in Saarburg).

p1030409Heute wollten wir zu den Narzissenwiesen bei Höfen. Wir entschieden uns – wir sind ja nicht die sportlichsten – für den kleinen Narzissenrundweg.
Leider sind wir eine, vielleicht zwei Wochen zu früh. Letztes Jahr hatten wir zu dieser Jahreszeit ja auch noch Schnee. Trotzdem hatten wir die Hoffnung nach den letzten warmen Tagen. So sahen wir nur vereinzelt, nur in geschützten Ecken, die Narzissen blühen. Auf den Wiesen war das Grün zwar schon zu sehen… naja – egal, war auch so eine schöne Runde.
Auch wenn es einige Steigungen gab, die uns echt gefordert haben.

Den Abend und natürlich auch die Nacht haben wir dann wieder auf dem gestrigen Stellplatz verbracht.

Freitag:
So langsam müssen wir an die Heimkehr denken. Zuerst wollten wir aber noch zur Urftalsperre.
Da die gestrige Tour etwas anstrengend war, wollten wir heute keinen Gewaltmarsch und haben uns für die Fahrräder entschieden.

Aber schon mit dem Parken war das wieder so ein Thema. Die Schilder ausgebenden Behörden vergessen uns Wohnmobilisten wohl ständig. Nicht nur auf Autobahnrastplätzen dürften wir häufig nicht stehen, so auch mal wieder auf diesem Parkplatz. Es gab Parkplätze für Busse und für PKW, nicht aber für unser Fahrzeug. Viele wissen es wohl nicht oder ignorieren die Beschilderung, doch wo ein PKW-Symbol unter dem P zu sehen ist, dürfen wir nicht parken, und ein Bus bzw. LKW sind wir mit unserem Kasten (<=3,5t) eben auch nicht und dürfen somit auch auf diesen ausgewiesenen Plätzen nicht stehen.
Somit haben wir uns vor den ausgewiesenen Plätzen hingestellt, aber eben so, dass wir nicht im Weg stehen.

p1030425Generell war die Wahl der Räder gut, zum See ging es relativ gut. War ja bergab und wir brauchten nur die Bremsen betätigen und das auf 3,6 km. Doch die Rücktour machte mir schon ein bisschen Sorgen. Am Stausee angekommen, ging es dann noch knapp 1 km bis zur Talsperre.
Kennste eine, kennste alle – so oder so ähnlich hätte man das Gefühl nach Erreichen der Talsperre beschreiben können. Sicherlich eine technische Meisterleistung zur Zeit der Entstehung dieses Bauwerkes und vor allem, dass es schon so lange gehalten hat.

Nun gut, auf den Sattel und los gehts bergauf. Das sind schon ein paar Höhenmeter…
Wir hatten ja zum Glück die Räder, und wenn man die Gangschaltung benutzen kann, strampelt man zwar ziemlich, aber es geht deutlich einfacher als zu Fuß.
Ute meinte auf halber Strecke einen Bach gesehen zu haben, dort könnte sich Einstein dann abkühlen und was trinken.
Wasser war dann zwar zu sehen, der Hund hechtet… und schwupps, weg war er. Also zumindest bist zum Bauch im Modder …. “iiiiih, Einstein, raus da!”
Nun gut, die Abkühlung hatte er :D und dazu gab es ne Schlammpackung gratis, die kühlt auch. Am Wohni angekommen, fing es auch noch an zu regnen. Den Hund haben wir dann notdürftig mit einem Lappen und einer Wasserflasche entmatscht.

imageNun geht es Richtung Heimat. Über Bonn, wo wir nochmal im Haribo-Werksverkauf eingefallen sind, ging es dann nach Erwitte.
In Erwitte haben wir uns an einer Gaststätte einquartiert, wo wir auch – wenn auch einfach – gut gegessen haben.

Samstag:
Wir wollen eigentlich noch nicht Hause und obwohl wir in Schlagdistanz sind, haben wir einen Stellplatz in Hodenhagen angesteuert. Hier an einem Badesee haben wir einen kostenfreien Stellplatz gefunden. Ruhig und gemütlich haben wir dem prasselnden Regen gelauscht und unseren letzten Abend genossen.
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Sonntag:
Wir haben uns auf den letzten Touren zur Gewohnheit werden lassen, uns auch Stellplätze in 1-2 Stunden um unsere Heimat anzusehen. Vielleicht findet sich ja ein gemütlicher, heimeliger und ruhiger Stellplatz, wo man einfach mal ein Wochenende dem Alltag entfliehen kann.
So auch heute: wir haben noch 2-3 Plätze auf der Strecke nach Hause aufgesucht und sind dann glücklich in unser trautes Heim eingefallen.

 

Hier noch das Video mit vielen weiteren Bilder und Videos unserer Tour: