Planung
Aus den vorangegangenen Auslandstouren hatten wir gelernt, dass eine günstige Internet-Flatrate sehr hilfreich ist. So hatten wir bei unserer Recherche zu den Sehenswürdigkeiten Dänemarks einen Hinweis auf den Handyanbieter Drei gefunden, welcher in diversen europäischen Ländern eigene Netze betreibt.
Einen deutschsprachigen Ableger gibt es in Österreich. So haben wir uns eine Prepaidkarte dieses Anbieters besorgt, wo wir mit 10 € Guthaben einen 30-tägigen Highspeed-Internet-Zugang mit einem Volumen von 10 GB hatten. Ich kann das nur empfehlen! Man kann mit dieser Karte in allen Ländern, wo Drei vertreten ist, den o.g. Tarif benutzen. Dänemark ist in jedem Fall sehr gut abgedeckt und man hatte fast flächendeckend 3G – da können sich unseren deutschen Provider locker ne Scheibe von abschneiden.

Unsere übliche Planung besteht ja darin, andere Reiseberichte zu lesen und in einer Landkarte mit Nummern zu vermerken. Dann entscheiden wir auf der Tour je nach Lust und Wetterlage, was wir uns angucken wollen. Unsere Planungen hatten ergeben, dass wir zunächst die Ostküste hoch fahren und gut die Hälfte der Strecke zur Nordspitze am ersten Tag hinter uns lassen. Die Inseln in der Ostsee wollten wir ein anderes Mal aufgreifen oder auf einer Rücktour von Schweden/Norwegen mit abfrühstücken.

Sonntag:
Nach einem ausgiebigen Frühstück fahren wir um 11 Uhr los. Nach einem kurzen Tankstopp in Handewitt überqueren wir die deutsch-dänische Grenze.

Wir fahren zunächst auf der Autobahn Richtung Norden. In der Nähe von Århus verlassen wir die Autobahn und schlagen uns nun auf Landstraßen durchs Land.
In Solbjerg steuern wir einen Hundewald an, damit unser 4Beiner noch mal toben kann, bevor wir unser Nachtlager in Thorsgade beziehen.
Hamburger selbstgemachtHier gibt es auf dem rückwärtigen Parkplatz eines Dagli Brugsen einen kostenfreien Stellplatz. In diesem Zusammenhang können wir sehr die Seite www.stellplatzfuehrer.de empfehlen, da findet man tolle Plätze, günstig oder auch gratis – auch in Dänemark.
Wir sind erstaunt, dass in Dänemark die meisten Geschäfte 7 Tage die Woche, meist sogar von 8-20 Uhr geöffnet haben, und das nicht nur in touristisch besiedelten Gebieten. Da der Laden noch offen hat, entscheiden wir uns, kurz noch ein paar frische Zustaten für selbstgemachte Hamburger einzukaufen, und machen uns danach an das Abendbrot.

Mit unserer neuen SAT-Schüssel finden wir auch einen Satteliten und können den Abend – es regnet – trocken ausklingen lassen.

Montag:
Leider hat der Dagli Brugsen keine frischen Brötchen und wir entschließen uns, Brötchen unterwegs zu jagen und uns dann einen Parkplatz mit schöner Aussicht zu suchen.
Wir folgen also erstmal der Margeritenroute Richtung Süden und kaufen in Rønde ein paar Brötchen.
Kalø SlotAn der Küste direkt angekommen, liegt auch gleich nach der ersten Kurve ein Parkplatz. Beim Frühstück bemerken wir, dass es hier wohl eine alte Ruine des Kalø Slot zu besichtigen gibt, die auf einer kleinen vorgelagerten Halbinsel ruht.
Nach dem Frühstück machen wir uns also auf, die gerade angefressenen Kalorien wieder ein bisschen loszuwerden.
Nach einer guten Stunde geht es auf der Margeritenroute weiter nach Ebeltoft, welches einen alten Standkern hat, den man gesehen soll… War ganz nett.
Was interessanter gewesen wäre, war die Fregatte Jytland, welche es in Hafen zu besichtigen gibt. Aber 125 KR (das sind bummelig 16 €) pro Person, ist uns aber eindeutig zuviel. So machen wir einen kurzen Ausflug in den alten Stadtkern, der als Fußgängerzone zum Einkaufen einlädt, wenn man den wollte.
Am Wohni wieder angekommen, folgen wir weitestgehend der Margeritenroute bis nach Randers und fahren dann nach Hadsund, wo wir auf einem Campingplatz übernachten.

Dienstag:
Madum SøAuch heute wollen wir eigentlich Brötchen unterwegs besorgen, leider gibt es nur weiche abgepackte Brötchen. Wir fahren also zum Madum Sø, wo wir dann die Brötchen aufwärmen und danach einen kleinen Spaziergang zum See unternehmen.
Wir fahren weiter zum Rold Skov, wo wir im Rebild Bakker die Räder auspacken und zur Quelle Lille Blåkilde radeln.
Hier an der Lille Blåkilde sprudeln ca. 150 Liter Wasser pro Sekunde aus dem Erdreich.

Wir fahren mit Murphy (unserem Wohnmobil) weiter nach Frederikshavn, wo ich meiner Frau den schönen Strandabschnitt zeige, welchen ich letztes Jahr mit meiner Tochter besucht hatte.
Da wir noch immer nicht wissen, ob wir hier übernachten dürfen, fahren wir weiter bis nach Jerup, wo es einen kostenlosen Stellplatz gibt.

Mittwoch:
Um 9:15 Uhr brechen wir nach Skagen bzw. Grenen auf, um uns das Wasserspiel des Kattegat und des Skagerrak anzusehen. Leider haben wir Flut und die Landspitze ist nicht so ausgeprägt, wie es bei Ebbe der Fall ist. Wir fahren wieder Richtung Süden und halten kurz bei der Råbjerg Mile (größte Wanderdüne) an und fahren dann auf der Margeritenroute weiter über Hirtshals bis zur Mårup Kirke.
Kirche und Friedhof liegen wenige Meter neben der Steilküste und werden nach und nach von der Ostsee verschluckt.
Rubjerg KnudeVon hier aus sehen wir den Rubjerg Knude (Leuchtturm), welcher an der Steilküste in einer riesigen Sanddüne liegt.
Wir fahren zu dem näherliegenden Parkplatz und wandern los. Heute bläst ein kräftiges Lüftchen und auf der Düne fliegt uns der Sand nur so um die Ohren. Der Leuchtturm ist nicht mehr in Betrieb und auch das daran angrenzende Museum gibt es nicht mehr. Trümmerteile des Gebäudes liegen hier weit verstreut (auch Glas), so dass wir mit dem Hund nicht zu nahe heran gehen.
Nachdem wir genug Sand in allen Ritzen gesammelt haben, fahren wir nach Løkken zum Strandcampingplatz.
Nach einem Grillabend wollen wir am Strand der Steilküste noch ein paar Aufnahmen der untergehenden Sonne machen, was wir auch tun. Allerdings sehen wir in der Dämmerung etwas aus Beton am Strand, was wir am nächsten Morgen noch näher erkunden möchten.

Donnerstag:
Løkken StrandNeugierig gehen wir runter zum Strand und sind zunächst etwas baff. Es trift uns unvorbereitet, hier stehen ca. 10 mehr oder weniger gut erhaltene dt. Bunker aus dem 2. Weltkrieg. Klar hatten wir schon vom Atlantikwall gehört und auch in Norwegen das eine oder andere Mal etwas gesehen. Aber dass es von den Bunkern noch so viele und vor allem so gut erhaltene gibt, hatten wir nicht geahnt. Zwar stehen einige mittlerweile nicht mehr wirklich in Waage, aber man kann in fast alle reingehen und die Räume besichtigen, wenn man eine Taschenlampe dabei gehabt hätte. Die Funzel am Smartphone reicht bei weitem nicht aus. Für die Bunker, die wir noch auf dem Zettel hatten, notieren wir uns gleich: Taschenlampe einpacken!

Nach dem Frühstück, Duschen und der Ver- bzw. Entsorgung brechen wir auf. Bulbjerg steht auf dem Plan und wir folgen zunächst der Margeritenroute. Allerdings verlieren wir irgendwann die Spur und fahren nach Karte weiter.
BulbjergIn Bulbjerg ist in der Steilküste/Düne auch wieder ein Bunker verborgen, der zu besichtigen ist. In diesem brauchen wir keine Taschenlampe, es ist eine Ausstellung zu den hiesigen Vögeln aufgebaut und alles beleuchtet.
Dann parken wir auf den tieferliegenden Parkplatz um und gehen an die Steilküste, wo Möwe an Möwe nistet.
Weiter geht es nach Hanstholm, wo wir kurz in einem ALDI einkaufen. An der Kasse rätseln wir noch darüber, ob Pfand auf den Getränken sei oder nicht, und es antwortet uns die Kassiererin in einwandfreiem Deutsch, dass Pfand auf den Flaschen sei. Es ist eine Deutsche, die sich nach hier oben verirrt hat :) Hmm, bei Gesprächen in ausländischen Supermärkten immer aufpassen, was man sagt …
Danach besichtigen wir die Bunker der Batterie Hanstholm I.
Wir müssen lachen: Im Museum, so steht es auf einem Schild, hätten wir einen kleinen “Führer” bekommen ;).

Ejerslev HavnWir fahren weiter durch den Nationalpark Thy auf die Spitze von Agger Tange und dann nach Nordosten auf die Insel Mors. Im Norden von Mors am Limfjord finden wir im Sportboothafen in Ejerslev einen Stellplatz. Als wir uns gerade so richtig auf der Mole eingerichtet haben (so gegen 19 Uhr), tauchen mit einem Mal zwei Bagger auf und fangen nur wenige Meter neben uns an zu buddeln. Schon leicht verwundert, was die hier so spät noch machen, kommen dann auch noch zwei von den Arbeitern zu uns und fragen freundlich, ob die unser Wohni mal vermessen könnten und wo unser Abwasserhahn liegen würde. Die Jungs buddeln hier zu so später Stunde noch einen Entsorgungsablauf. Um 21 Uhr ist dann Ruhe.

Freitag:
Wir haben im Wetterbericht schon am Vorabend gesehen, dass es regnen soll, doch es schüttet und dazu weht noch ein kräftiger Sturm. Blöderweise kommt der Wind von hinten und leicht seitlich, so dass der Wagen ganz gut wackelt.
Das Waschhäuschen liegt auch noch eine ganze Ecke weit weg, so dass wir kurzerhand unser Wohni hinter die Fischerhütten umgeparken und so auch noch im Windschatten stehen und nur 5-6 m bis zur Dusche haben. Zum Gassigehen musste Frauchen dann aber doch die volle Regenmontur nutzen.

Am Abend zuvor haben wir dem Betreiber angeboten, die Schilder in den Waschräumen auf deutsch zu übersetzen, da diese nur in dänisch aushängen. Für unsere Übersetzung bringt er uns kurz vor dem Aufbrechen noch zwei Eis, welche wir dann später gegessen haben – sehr lecker.

HanklitWir fahren zunächst kurz nach Norden und dann westlich an der Küste entlang zum Hanklit.
Hier machen wir einen kleinen Spaziergang und fahren dann weiter, teils über die Margeritenroute, zur Insel Fur.
Kurz vor der Insel Fur machen wir noch ein kleines Päuschen mit Kuchen und Tee.

Nach dem Übersetzen halten wir kurz in der Touristeninformation an, um uns mit Prospekten einzudecken. Hier erfahren wir auch gesichert, dass es die dänische Gesetze erlauben, auf jedem öffentlichen Parkplatz zu übernachten. Klar: keine Stühle rausholen, keine Markise etc. – Fursprich: kein campingähnliches Verhalten. Je abgeschiedener der Parkplatz, um so weniger würde dann auch noch jemand was sagen. Es sei denn, es wird über zusätzliche Schilder ausdrücklich verboten!
Auch erfahren wir, dass wir uns schön auf dem nordöstlich gelegenen Parkplatz für die Nacht hinstellen könnten – gesagt, getan.
Direkt am Limfjord, nur wenige kurze Ausflügler behelligen uns noch wenige Stunden und dann haben wir den Platz für uns alleine.

Samstag:
Auch wenn es ein bisschen nieselt: Frühstücken bei der Aussicht – das hat man auch nicht jeden Tag ;).

Wir fahren die nördlichste Straße entlang bis zum Langstedhuller. Hier bekommt man eine Tallandschaft zu sehen. Die kleine Wanderung wird behindert, da der Weg zugewuchert ist und das Gras knapp einen halben Meter hoch steht. Auf dem kurzen Stück sind schon ein paar Zecken auf Einstein zu sehen und das mussten wir nicht auch haben.
So geht es ein kurzes Stück weiter zum Bispehuen, Rødsten, Standal Høje und dann weiter zur nordwestlichen Spitze. Hier brechen wir dann zu einer kleinen Wanderung um die Spitze und zur Knudeklinterne auf. Querfeldein geht es dann zu Murphy zurück.
Nachdem wir uns noch kurz den alten versandeten Hafen angesehen haben, geht es zur Fähre und zurück aufs Festland.

Fur: Langstedhuller Fur: Bispehuen Fur: Rødsten Fur: nordwestlichen Spitze - Knudeklinterne Fur: gl. Havn

Wir folgen der Margeritenroute und kaufen in Skive ein.
In Lund übernachten wir auf einen Stellplatz am Gemeindezentrum für 50 Kr.

Sonntag:
Heute ist unser erstes Tagesziel die Kalkgrube in Mønsted. Hier kann man auf gut 1 km auf einer beleuchteten Rundtour durch das stillgelegte Kalkbergwerk laufen. Wer eine Anglerhose und Tachenlampe dabei hat, kann auch in die unbeleuchteten Bereiche vordringen oder an einer der Führungen teilnehmen.

Kalkgrube in Mønsted Kalkgrube in Mønsted Kalkgrube in Mønsted Kalkgrube in Mønsted Kalkgrube in Mønsted

Wir fahren dann weiter auf der Margeritenroute zur Klosterhede Plantage, wo wir im abgezäunten Hundewald eine kurze Runde mit Einstein drehen. Vorteil der sog. Hundewälder ist, dass die Hunde (Gehorsam vorausgesetzt) dort ohne Leine laufen dürfen.

Es geht weiter auf der Margeritenroute über Lemvig zur Harboøre Tange bis nach Thyborøn – eine eher häßliche Stadt und sehr viel Industrie auf dem Weg dorthin.
Bovbjerg KlitWir fahren wieder Richtung Süden an der Küste entlang nach Bovbjerg Klit. Am Parkplatz des Leuchtturms angekommen sehen wir einige Gleitschirmflieger, welche die Aufwinde an der Steilküste nutzen. Das ist schon ein schöner Anblick, wie die da so hingleiten. Allerdings ist das auch nicht ganz ungefährlich. Zumindest ist ein Rettungswagen da, der ein Stück weiter jemanden versorgt…

FjaltringEin paar Kilometer weiter südlich beziehen wir dann in Fjaltring direkt am Strand unser Nachtlager. Hier ist Camping zwar verboten, solange man aber Tische, Stühle und Markise drin lässt, darf man hier auf den Wohnmobilstellplätzen kostenfrei übernachten.
Der Wind hat nachgelassen und die Sonne scheint…. ach wat is dat schoin
Fjaltring

Montag:
Schweren Herzens verlassen wir den Stellplatz und ziehen weiter Richtung Süden. In der Husby Klintplantage kommt dann, was kommen musste…
p1030874Ein Wendehammer kurz vor der Düne wird uns (mir) zum Verhängnis. Meine Frau sagt noch: “Fahr zurück”, und ich möchte nur drehen, und nicht rückwärts, und prompt gräbt sich Murphy ein. Naja – es trifft uns ja nicht unvorbereitet. Schließlich haben wir schon einige Reiseberichte gelesen, wo sich die Reisenden festgefahren bzw. eingegraben haben. Wir haben vorgesorgt und einen Klappspaten dabei. Ich schaufele den ersten Haufen hinter den Vorderräder weg und setze mich dann hinters Steuer. Meine Frau schaufelt sukzessive weiter und wir fahren uns rückwärts wieder ins Freie.

BadesøEs geht einige hundert Meter zurück und wir biegen ab zu einem Badesø, wo wir mit dem Hund ins Süßwasser wollen. Der ist durch das Salzwasser und die Sanddünen im Wind schon so spakig, dass man ihn nicht mehr anfassen mag.
Zu unserem Glück kommt dann noch ein Pärchen mit zwei Goldies, so dass diese zu dritt wie blöd im Wasser rumgetoben. Unser Hund ist danach in jedem Fall salz- und sandfrei UND kaputt :D.

In Kryle fahren wir dann nochmal zum Strand, um dort Bunker anzusehen, diese sind aber schon stärker im Sand versunken, als es die Bunker in Løkken sind. Hier kann man nicht mehr viel gucken.

Es geht weiter nach Ringkøbing, wo wir einen kleinen Spaziergang um das Werk von Vestas (Windkraftanlagenbauer) machen. Schon beeindruckend, aus was für riesigen Teilen die Anlagen entstehen. Auf der anderen Seite bummeln wir noch kurz zum Hafen und sehen uns dort den Wohnmobilstellplatz an. Der war schon ganz akzeptabel (90 Kr), aber wir wollen noch weiter.

So geht es zurück nach Søndervig und weiter nach Hvide Sande. Hier finden wir zwei Stellplätze – beide aber recht teuer. Der eine am Hafen ist völlig überlaufen und aufgrund der Lage zu diversen Restaurants wird das hier mit Sicherheit keine ruhige Nacht. Ein Stück weiter gibt es noch einen Stellplatz hinter den Dünen, jedoch stinkt das hier dermaßen nach Fisch… geht gar nicht. Liegt mit Sicherheit daran, dass nur wenige Meter weiter eine Fischfabrik nebst Verladestelle liegt.

Über Stellplatzfuehrer.de finden wir dann noch einen “Übernachtungsplatz” in Bork Havn  – hier ist allerdings die Frage, wo man nächtigen darf, denn überall sind Verbotsschilder.

p1030946Kurz vor Tarm finden wir dann noch einen Stellplatz in einem abgeteilten Teil des Grundstücks einer Familie und 50 Kr. sind endlich mal wieder angemessen.
Und wir können draußen essen, da auch das Wetter richtig gut ist.

Dienstag:
Das Wetter spielt noch immer mit und wir frühstücken erstmal draußen. Heute wollen wir die Skjern Enge auskundschaften. Ein Flussdelta, welches vor wenigen Jahren renaturiert wurde. Wir erkunden die Umgebung der Pumpenstation Kalvholm, Skjern Bådehavn und Lundenæs. Bei dem zuletzt genannten wollen wir eine Rundtour laufen. Jedoch ist vor einer Brücke kein Abzweiger zu finden, wie er in der Karte eingezeichnet ist. Lediglich ein nicht wirklich erkennbarer Trampelpfad über die Kuhwiese ist zu sehen. Daher entscheiden wir uns, die gleiche Strecke zurückzulaufen.

Skjern Enge Skjern Enge Skjern Enge Skjern Enge Skjern Enge

Die Suche für ein Nachtlager erweist sich mal wieder als Problem (zumindest, wenn man Geld sparen möchte). Einen Parkplatz können wir zum Beispiel nicht ansteuern, da ein Bauer einen fetten Wasserschlauch für die Feldbewässerung quer über die Zuwegung verlegt hat. In Nørre Nebel waren zwei nicht so schöne Stellplätze – sagen wir es mal so: Wir sehen es irgendwie nicht ein, auch noch viel Geld auf den Tisch zu legen, nur um auf einer Wiese stehen zu dürfen und keinen weiteren Nutzen zu haben.
So stellen wir uns auf den Parkplatz eines Hundewaldes in der Nähe von Nørre Nebel.

Mittwoch:
NymindegabNach dem Frühstück geht es kurz nach Nymindegab, wo wir uns ein Walskelett ansehen.
Dann geht es weiter nach Blåbjerg zum Aussichtspunkt.
Wir fahren weiter zum Filsø, welcher auch renaturiert wurde. Allerdings lässt der Wind heute keinen wirklichen Spaziergang um den See zu. Irgendwo hier soll auch der im Kærgård versandete Eichenwald sein – welchen wir an diesem Tag nicht finden.

Wir fahren weiter nach Blåvand zum Museum der Tirpitz-Stellung. Hier sehen wir uns den riesigen Kanonenbunker an und einen Infofilm zu der Stellung (in deutsch).

In Oksbøl kaufen wir erstmal wieder einige Lebensmittel nach, bevor wir dann nach Billum düsen. Hier kann man im Garten von Knut (ein dänisches Original, ca. 80 J. alt) und Inge (Ehefrau) für 80 Kr übernachten, mit Frischwasserversorgung, Duschen- und Toilettennutzung ein fairer Preis. Wenngleich es sicherlich nicht Jedermanns Sache ist, in dem privaten Bad (sehr sauber) der Hofbesitzer zu duschen.

Donnerstag:
versandeter EichenwaldWir geben ja nicht auf ;), wir fahren nochmal zurück, um den versandeten Eichenwald zu finden, und wir werden fündig. Die Dünen haben die Eichen immer wieder zugeschüttet und die Eichen sich immer wieder den Weg ans Licht gesucht. So wandelt man heute also durch die Baumkronen, die nur noch wenige Meter hoch sind.

BørsmoseDa das Wetter noch immer gut ist und die Sonne scheint, wollen wir uns auf den Autostrand in Børsmose wagen. So genießen wir ein paar Stunden am Strand, bis wir uns auf die Suche nach einem Nachtlager machen – dort ist leider alles verboten.

Zwei private Stellplätze nutzen wir dann doch nicht – alles etwas heruntergekommen, wir sind irgendwie doch anspruchsvoll :-) In den angesteuerten Hundewäldern ist überall das Campen und Übernachten mit Wohnmobilen verboten, man merkt, wir sind jetzt mehr und mehr in den Touri-Ecken. Der vermeintliche Stellplatz am Kvie-Sø war nicht vorhanden, und zwei weitere Stellplätze finden wir schlichtweg nicht, und so steuern wir den Kompromiss an: Kongeå Camping. Um 18:30 Uhr angekommen, haben wir einen freien Stellplatz in Hörweite zur Landstraße genommen (war nicht mehr viel frei) und den Grill ausgepackt. Immerhin gibt es für morgen früh einen Brötchenservice.
Ein warmer Sommerabend geht zu Ende.
p1040006m

Freitag:
Die Nacht war ruhiger (kein Straßenlärm) als erwartet und es geht nach dem Frühstück nach Ribe.
Wir wollen eigentlich nur kurz in die Touristeninformation und uns mal wieder mit Prospekten eindecken. :/ Einen Parkplatz zu ergattern ist nicht leicht, obwohl wir zum Glück kein Großschiff, sondern “nur” einen Kastenwagen haben. So parken wir an einer Kirche und gehen dann das kurze Stück zu Fuß.
In der Touristeninfo erfahren wir, dass es in Ribe einem Parkplatz für Wohnmobile gibt, wo wir auch übernachten dürfen, allerdings wollen wir erstmal rüber auf die Insel Mandø, da an dem heutigen Abend in Ribe ein großes Fest gefeiert werden soll – wir sind doch menschenscheu :D und lieben die Ruhe.
Mit Infomaterial bepackt brechen wir nach Mandø auf.

Mandø-DammMandø erreicht man über einen Damm, der allerdings nur bei Niedrigwasser befahrbar ist. Da er zu dieser Zeit nicht überflutet ist (wir haben uns in der Touristeninfo den Gezeitenplan geben lassen), brechen wir gleich auf.
Die 6,5 km über die geschotterte Straße sind schon irgendwie ein Erlebnis und wenn man sich dann noch vorstellt, dass die Straße bei normalen Hochwasser ~1 m unter Wasser liegt – schon krass irgendwie. Aber die Straße lässt sich gut fahren, nur wenige tiefe Schlaglöcher – also fast wie eine normale deutsche Landstraße.

MandøAuf der Insel angekommen fühlt man sich eigentlich gleich einsam. Hier ist außer Feldern und Vögeln eigentlich nicht viel. Wie wir gelesen haben, gibt es noch 40 offizielle Einwohner und ein paar Ferienwohnungen – wirklich nur ein paar. UND es gibt einen Campingplatz, den wir dann nehmen “müssen”.
Die Wiese für Wohnmobile ist schon gut gefüllt und wir stellen uns neben die Zufahrt zur Wiese. Der Wind hat wieder aufgefrischt und ein wirklich gemütliches Draußensitzen ist nicht lange möglich.

Es wird Abend, und eine Gruppe von jungen Frauen im Vorzelt eines Wohnwages gleich nebenan finden irgendwie kein Ende… Egal, der Wind schaukelt wieder das Wohni und irgendwann finden wir dann auch die Mütze mit dem Schlaf.

Samstag:
Es hat sich wieder zugezogen, alles ist grau in grau und windig. Wir drehen noch eine kleine Runde über die Insel, bevor wir uns entschließen, die Insel wieder zu verlassen und nach Ribe aufzubrechen.

Direkt nach dem Verlassen der Insel sehen wir uns noch das Hochwasser-Schutzwehr für den Hafen von Ribe an und fahren dann in die Altstadt von Ribe.
Hier unternehmen wir einen kleinen Rundgang.
Schon von weitem sieht man Kirchtürme. Da diese alle einen anderen Baustil haben, denkt man, es sind mehrere Kirchen. Aber weit gefehlt – jetzt, wo wir um Kirche drumherum laufen können, sieht man, dass es nur ein Gebäude ist, welches aber diverse Anbauten hat – alle in unterschiedlichen Baustilen. Irgendwie skurril!

Ribe Ribe Ribe Ribe

Aufgrund der schlechten Wetteraussichten entschließen wir uns, Richtung Heimat aufzubrechen.
Allerdings wollen wir noch eine Nacht in Dänemark verbringen und steuern einen kostenfreien Stellplatz an.
Fabelbo CampingFabelbo Camping ist keineswegs ein Campingplatz in klassischen Sinne. Hier hat der Eigentümer 2.000 qm seines Grundstück abgeteilt und als Stellflächen zur Verfügung gestellt – und das auch noch kostenfrei.
Gut, außer einem Plumpsklo und einer Feuerstelle gibt es hier auch nichts. Aber da sind wir anspruchslos ;). Umringt vom Feld und eingefriedet zwischen Büschen lässt es sich hier gut stehen.
Einzig die beiden kleinen Fußhupen der Eigentümer sind etwas anstrengend.

Sonntag:
Was soll ich noch schreiben, es geht nun nach Hause.

Fazit: Dänemark hat zweifellos schöne Ecken. Die hat Deutschland, wenn nicht sogar jedes andere Land, auch.
Vielleicht liegt es auch daran, dass Norwegen uns schon zweimal die Superlative gezeigt hat. So werden wir als nächstes wieder nach Norwegen fahren und im kommenden Jahr soll dann endlich Schottland erstürmt werden. Wir werden berichten :-)

Hier noch das Video mit vielen weiteren Bilder und Videos unserer Tour: